Abwarten bringt nichts: FDP-Fraktion fordert sofortiges Handeln gegen Wasserpest-Plage in der Wakenitz
Die massive Verkrautung der Wakenitz und der Naturbäder hat einen dramatischen Höhepunkt erreicht. Die Suche nach einem gekenterten Kanufahrer durch Rettungstaucher wurde am vergangenen Wochenende massiv durch die Zuwucherungen behindert. Am Ende konnte der Verunglückte tragischerweise nur noch tot geborgen werden. Mehrere Mitglieder der FDP-Fraktion haben sich nun bei einem Besuch des Naturbads Falkenwiese und einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Vereins „Naturbäder in Lübeck“, Andreas Pawlowski, ein Bild vom Zustand der Wakenitz gemacht. Aus Sicht der Fraktion sind jetzt beherzte Maßnahmen statt behördlichen Abwartens nötig. Heike Stegemann (stellvertretende Fraktionsvorsitzende) und Rolf Müller (umweltpolitischer Sprecher) erklären:
„Die Situation ist untragbar und lebensgefährlich. Dass ein Mensch in unserem Fluss ertrinken muss, weil die Retter aufgrund der Pflanzenmassen nicht durchkommen, ist eine Katastrophe, die uns alle erschüttern muss. Abwarten bringt hier gar nichts – es muss jetzt gehandelt werden!“, so Heike Stegemann, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, mit Blick auf den tragischen Unfall vom vergangenen Wochenende. Die Rettungskräfte waren bei der Suche nach dem Verunglückten massiv behindert worden und mussten immer wieder an Land gehen, um sich von den Pflanzen zu befreien.
Doch nicht nur die Sicherheit ist gefährdet, auch die Attraktivität des Naherholungsgebietes leidet. Die dichten Teppiche der Wasserpest (Elodea) beeinträchtigen die Lübecker Naturbäder massiv. Auch die Fahrrinne ist stark betroffen, was die Schifffahrt und die Ausflugsboote vor große Probleme stellt. „Die Boote müssen gelegentlich rückwärts fahren, damit sich die Pflanzen von der Schiffsschraube lösen. Das ist weder wirtschaftlich noch zumutbar“, ergänzt Rolf Müller, FDP-Mitglied im Umweltausschuss.
Während eine Reduzierung der Nährstoffeinträge nach Ansicht der FDP-Fraktion erst in vielen Jahren Wirkung zeigen würde, setzt die Fraktion auf eine pragmatische und nachhaltige Sofortlösung. „Wir müssen das Kraut regelmäßig abmähen und einer sinnvollen Nutzung zuführen. Die FDP-Fraktion schlägt vor, das geerntete Material in den umliegenden Biogasanlagen zu verwerten. So machen wir aus einem Problem einen regionalen Rohstoff zur Energiegewinnung, der nach den jüngsten Beschlüssen der schwarz-roten Bundesregierung auch zunehmend an Bedeutung gewinnen wird“, so Stegemann weiter.
Die FDP-Fraktion spricht sich daher für die Anschaffung eines speziellen Mähbootes durch die Lübeck Port Authority (LPA) aus. „Wir müssen die Wakenitz als unser wertvolles Naherholungsgebiet unbedingt erhalten. Mit einem eigenen Mähboot, das wir aus den Erlösen durch die Rohstoffnutzung finanzieren, könnten wir gezielt und regelmäßig die Pflanzen entfernen. Wir appellieren an die Untere Naturschutzbehörde, den Mensch-Umwelt-Bezug neu zu bewerten und den Menschen als natürlichen Faktor im Ökosystem zu sehen. Eine konstruktive Zusammenarbeit anstelle weiterer Behinderungen wäre im Sinne aller Beteiligten wünschenswert. Dass das Gras wieder nachwächst, ist ja kein Argument. Man geht ja auch regelmäßig zum Friseur, obwohl die Haare danach wieder wachsen“, so Müller und Stegemann abschließend.
