Arbeitsminister Garg: Bündnis für Fachkräfte Schwerpunkt der Landesregierung
KIEL. Im Schleswig-Holsteinischen Landtag findet heute (25.3.) die Debatte zum Thema Fachkräfte statt. Auf Initiative von Arbeitsminister Dr. Heiner Garg wurde am 22. Februar das Bündnis für Fachkräfte Schleswig-Holstein gegründet. Beteiligt sind dabei Wirtschafts- und Sozialpartner, die Kammern, die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit sowie Arbeits-, Bildungs-, Integrations-, und Wirtschaftsministerium. Arbeitsminister Garg betonte anlässlich der Debatte:
„“Bereits heute haben wir in einigen Bereichen zu wenige Fachkräfte. Ein Umstand, der sich in den kommenden Jahren verschärfen wird. Die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften wird zu einer zentralen Zukunftsaufgabe für unsere Volkswirtschaft und unsere Gesellschaft insgesamt. Wir haben das Bündnis für Fachkräfte zu einem ressortübergreifenden Schwerpunkt gemacht. Denn das Thema hat eine ganze Bandbreite an unterschiedlichen Facetten:“
„Thema Fachkräfte-Zuwanderung: Das Stichwort polarisiert immer wieder – obwohl es dazu eigentlich keinen Anlass gibt. Mir hat die Bundesbildungsministerin aus dem Herzen gesprochen, die gesagt hat, „es ist nicht gerecht, wenn ein iranischer Arzt in Deutschland Taxi fährt“ und sich für einen „Abbau von Hochnäsigkeit“ gegenüber den Bildungssystemen anderer Länder ausgesprochen hat. Nachdem wir uns immer wieder mit dem absehbaren Mangel an Ärzten und anderen Fachkräften in Gesundheits- und Pflegeberufen befassen, ist zu ergänzen: Es ist nicht nur eine Frage von weniger Hochnäsigkeit, sondern auch von mehr Intelligenz, die bei uns lebenden Menschen mit hoher Qualifikation für den Arbeitsmarkt zu gewinnen – als Fach- und nicht als Hilfskraft. Deshalb begrüße ich die Initiative der Bundesregierung für eine erleichterte Anerkennung von Nicht –EU-Berufsabschlüssen sehr. Der Gesetzentwurf für das Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen wird von der Landesregierung unterstützt. Dies gilt auch, wenn im Bundesratsverfahren noch die eine oder andere Frage im Länderinteresse zu klären sein wird – so auch die Finanzierung von Erstanlauf-Beratungsstellen.“
„Zur Arbeitnehmerfreizügigkeit: Sie ist eine Grundfreiheit und wichtiges Element des gemeinsamen Europas. Es ist gut, dass ab dem 1. Mai Neu-Unionsbürger aus acht osteuropäischen Mitgliedstaaten auch in Deutschland eine Beschäftigung aufnehmen können werden. Die Nutzung der Chancen durch die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit und die “
„Ausschöpfung vorhandener inländischer Potenziale werden den künftigen Fachkräftebedarf aber nicht allein decken können. Es ist richtig, dass wir auch gezielte Zuwanderung von Hochqualifizierten und qualifizierten Fachkräften brauchen. Es ist richtig, den Arbeitsmarktzugang zu erleichtern und bestehende rechtliche Hürden wie die Mindesteinkommensgrenze für Hochqualifizierte zu lockern. Letztlich gilt es, die Attraktivität unseres Arbeitsmarktes für ausländische Fachkräfte zu steigern. Mit einer bedarfsorientierten Zuwanderung nach klaren und transparenten Kriterien kann uns dies gelingen. Wir brauchen eine Willkommenskultur. Wir tun gut, Zuwanderung von Qualifizierten als eine Option zu stärken. “
„Diese Landesregierung begreift das Thema Fachkräfte als eine der zentralen Aufgaben: Erhalt und Stärkung der Wirtschaftskraft, Innovationsfähigkeit unserer Wirtschaft und Wohlstandessicherung sind damit eng verbunden. Vor wenigen Wochen haben wir auf meine Einladung das Bündnis für Fachkräfte als breiten Schulterschluss von Land, Wirtschaft, Bundesagentur für Arbeit und Sozialpartnern gestartet. Die Partner des Bündnisses für Fachkräfte entwickeln derzeit abgestimmte Maßnahmen, um dem Fachkräftebedarf der Zukunft gerecht zu werden. Dazu gehören folgende Handlungsfelder:“
“ Die Erarbeitung einer regional und branchenspezifischen Analyse,“
“ die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen,“
„die Verbesserung der Beschäftigungssituation Älterer,“
„die Optimierung des Übergangs von der Schule in den Beruf,“
„die Erhöhung des Anteils der Schulabgänger mit Schulabschluss und die Erhöhung, des Anteils der Jugendlichen mit abgeschlossener Berufsausbildung,“
„die Unterstützung des lebenslangen Lernens, “
„die verstärkte Mobilisierung von Migrantinnen und Migranten sowie gezielte Zuwanderung.“
„Der Schulterschluss verdeutlicht: Wir nehmen gemeinsam mit Wirtschaft und Gewerkschaften die Herausforderung Sicherung des Fachkräftebedarfs an. Es geht dabei nicht nur um Jobs, sondern auch um die Zukunft unseres Wohlstandes. Die Weiterentwicklung von Bildung, Qualifizierung, Familienfreundlichkeit und gezielte Zuwanderung sind die zentralen Ansätze, die wir gemeinsam verfolgen werden, damit Schleswig-Holstein wettbewerbsfähig bleibt““.
