Demonstration: Finger weg von unseren Stadtwäldern!
Rund 260 Menschen sind am Samstag in Lübeck für den Schutz der Stadtwälder auf die
Straße gegangen. Unter dem Schirm der gemeinsamen Petition mit der Deutschen
Umwelthilfe „Finger weg von unseren Stadtwäldern!“ demonstrierten das Bündnis „Lübecker Stadtwald retten!“ und die Bürgerinitiative Kaltenhof aus Bad Schwartau erstmals gemeinsam. Die Stimmung war vor allem hoffnungsvoll und zuversichtlich.

Im Mittelpunkt standen die beiden konkreten Forderungen der Initiativen:
Für Lübeck: Das Bündnis „Lübecker Stadtwald retten!“ fordert weiterhin die ernsthafte
Prüfung der Nordumgehung des Bartelsholzes und eine Trassenführung der geplanten Stromleitung am Lübecker Stadtwald vorbei, statt wertvollen alten Wald zu roden. Nach aktuellem Planungsstand sind für die Stromtrasse rund fünf Hektar Wald betroffen.

Für Bad Schwartau: Die Bürgerinitiative Kaltenhof fordert eine Umfahrung Bad Schwartaus im Zuge der Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbeltquerung, statt für den Ausbau der bestehenden Trasse große Teile des ökologisch wertvollen Kuhholzes zu zerstören. Nach Angaben der Initiative wären andernfalls mindestens 4.500 Bäume betroffen.
Peter Wohlleben unterstützt die Waldschützenden
Besondere Unterstützung erhielten die Demonstrierenden von Peter Wohlleben. Der bekannte Förster und Bestsellerautor hatte den beiden Bündnissen eine persönliche Videobotschaft für die Demonstration geschickt und sich darin für den Erhalt der bedrohten Wälder ausgesprochen. Die Botschaft wurde im Rahmen der Kundgebung präsentiert.
Die Videobotschaft ist auf der Petitionsseite einsehbar, jetzt unterschreiben:
https://mitmachen.duh.de/stadtwald
Auch aus dem Deutschen Bundestag kam Unterstützung für den Einsatz zum Schutz der
Stadtwälder. Lorenz Gösta Beutin, Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, unterstützte die Anliegen der Initiativen mit einer starken Rede für den Naturschutz.
Offener Brief an den Umweltminister angekündigt und gemeinsame Resolution beschlossen.
Damit wollen die Initiativen den politischen Druck für eine ernsthafte Prüfung waldschonender Alternativen weiter erhöhen.
“Finger weg von unseren Stadtwäldern!“
Die Demonstration machte deutlich, dass der Schutz von Stadtwäldern für die Beteiligten weit über die beiden konkreten Projekte hinausgeht. Wälder seien Lebensräume, Klimaschützer, Wasserspeicher und wichtige Erholungsräume und müssten deshalb auch bei großen Infrastrukturprojekten angemessen berücksichtigt werden.
„Heute haben wir gezeigt: Wir sind viele, wir sind miteinander vernetzt und wir geben nicht auf!“, so das gemeinsame Fazit der beiden Initiativen.
