Die Beckergrube blüht auf: 39 neue Bäume ziehen ein
Foto: HL · Klimaresilienter Stadtraum nimmt Gestalt an – Baumpflanzung markiert wichtigen Meilenstein.
Die Neugestaltung der oberen Beckergrube erreicht einen besonderen Meilenstein: Seit Dienstag, 20. Oktober 2026, ziehen nach und nach insgesamt 39 neue Bäume in die Straße ein. Gemeinsam mit einem erhaltenen Bestandsbaum werden künftig 40 Bäume das Erscheinungsbild der oberen Beckergrube prägen. Damit wird kurz vor Abschluss der Bauarbeiten ein zentraler Baustein des Gestaltungskonzepts sichtbar – für mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität und eine klimaresiliente Innenstadt.
Nach umfangreichen Arbeiten insbesondere auch unterhalb der Straßenoberfläche zeigt sich damit immer deutlicher, wie sich die Beckergrube künftig präsentieren wird.
„Gerade zu Beginn der Bauarbeiten hat sich vieles unter der Erde abgespielt. Diese Arbeiten waren eine wichtige Voraussetzung für das, was jetzt immer deutlicher sichtbar wird. Mit den neuen Oberflächen und den Bäumen bekommt die Straße ein ganz neues Gesicht“, sagt Bürgermeister Jan Lindenau. „Natürlich müssen die Bäume noch wachsen. Aber schon heute lässt sich erahnen, wie grün und belebt die Beckergrube einmal sein wird. Hier entsteht ein Ort, an dem man sich gerne aufhält. Ich danke allen, die die Bauphase mit all Ihren Herausforderungen mitgetragen und mitgestaltet haben.“
„39 neue Bäume auf einmal in einer Straße unserer Altstadt zu pflanzen, ist auch für Lübeck etwas Besonderes“, ergänzt Bausenatorin Joanna Hagen. „Mit ihrer Pflanzung wird eines der prägenden Elemente der neuen Beckergrube Realität. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie wir unsere historische Altstadt klimaresilienter gestalten und gleichzeitig die Qualität des öffentlichen Raums verbessern können. Wo bislang vor allem der Verkehr das Bild geprägt hat, entstehen mehr Grün, Schatten und Raum für Begegnung.“
Ein besonderer Dank gilt der Engelbert und Hertha Albers-Stiftung, die die Pflanzung der neuen Bäume finanziell unterstützt, sowie der Possehl-Stiftung für die anteilige Förderung der archäologischen Untersuchungen im Bereich der Baumgruben.
Gute Bedingungen für dauerhaftes Grün
Insgesamt zehn verschiedene Baumarten wurden für die obere Beckergrube ausgewählt, darunter Pyramideneichen, säulenförmige Tulpenbäume und gefüllt blühende Vogelkirschen. Die etwa 20 bis 30 Jahre alten Bäume stammen aus der Baumschule Bruns. Bei der Auswahl spielten sowohl ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels und den besonderen Bedingungen im innerstädtischen Raum als auch die Anforderungen des Denkmalschutzes eine wichtige Rolle. An einzelnen Standorten kommen deshalb bewusst schmal wachsende Arten zum Einsatz.
„Für uns ist das der Moment, in dem aus einem zweidimensionalen ein dreidimensionaler Stadtraum wird: Was lange auf Plänen und Visualisierungen zu sehen war, wird mit den Bäumen nun auch räumlich erlebbar. Sie geben der Beckergrube Höhe, Struktur und vor allem neues Grün“, erklärt Pia Becker aus dem Bereich Stadtgrün und Verkehr. „Entscheidend ist aber nicht nur das, was man heute sieht. Auch unter der Oberfläche haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich die Bäume langfristig gut entwickeln können – mit ausreichend Raum für ihre Wurzeln und einer innovativen Wasserversorgung.“
Jedem Baum stehen rund 18 Kubikmeter durchwurzelbares Substrat zur Verfügung. Ein integriertes Regenwassermanagement hält Niederschläge vor Ort zurück, speichert sie und macht sie für die Bäume nutzbar. Bei Starkregen wird dadurch zugleich die Kanalisation entlastet. Die Bäume wiederum tragen durch Schatten und Verdunstung zur Kühlung des Straßenraums und zu einem natürlichen Wasserhaushalt bei.
Auch die historische Bausubstanz unterhalb der Straße wurde bei der Planung berücksichtigt. Im Zuge der Arbeiten freigelegte und dokumentierte Grundmauern werden durch ein spezielles Wurzelschutzvlies geschützt und erhalten.
Auf der Zielgeraden zur neuen Beckergrube
Mit der Pflanzung der Bäume rückt auch der Abschluss der rund zweijährigen Bauphase in greifbare Nähe. Bis Ende November 2026 stehen noch letzte Arbeiten an. Unter anderem werden die Rundbänke um die Bäume montiert und die Beleuchtung fertiggestellt.
Während des Weihnachtsmarkts bleibt die obere Beckergrube weiterhin für den Verkehr gesperrt. Anfang Januar 2027 wird die neu gestaltete und verkehrsberuhigte Straße für den Bus- und Anliegerverkehr freigegeben.
Im Dezember wird das Projektteam nochmals zu einem öffentlichen Rundgang von der Ausstellung über die neu gestalteten Flächen der oberen Beckergrube einladen. Dabei werden auch die Erkenntnisse der archäologischen Untersuchungen noch einmal vorgestellt. Eine Information hierzu wird rechtzeitig über die Medien erfolgen.
Im Frühjahr wird sich dann erstmals zeigen, wie sich das neue Grün gemeinsam mit den neugestalteten Flächen entfaltet. Im Mai 2027, wenn die neuen Bäume in voller Blüte stehen, soll der neue Stadtraum gemeinsam mit den Lübecker:innen gefeiert werden. Weitere Informationen zur geplanten Veranstaltung folgen rechtzeitig.
Webseite und Projektpostfach für Bürger
Weitere Informationen zur Neugestaltung der Beckergrube finden Interessierte auf der Ausstellungsfläche in der Beckergrube 38–52, auf der Projektwebseite unter www.luebeck.de/beckergrube sowie im Baustellenblog unter www.luebeck.de/blog-beckergrube
Für Fragen und Anregungen steht das Projektteam unter beckergrube@luebeck.de zur Verfügung.
Hintergrund zur Neugestaltung der Beckergrube
Die Neugestaltung der Beckergrube ist Teil des Rahmenplans Innenstadt mit Mobilitätskonzept, www.luebeck.de/rahmenplan, den die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck 2019 beschlossen hat. Als eines von fünf Schlüsselprojekten soll die Maßnahme die Aufenthaltsqualität erhöhen, den öffentlichen Raum klimaresilienter gestalten und den klimafreundlichen Verkehr in der Lübecker Innenstadt fördern.
Der erste Bauabschnitt umfasst die obere Beckergrube von der Breiten Straße bis zur Kreuzung Kupferschmiedestraße/Fünfhausen. Die Bauarbeiten begannen im Oktober 2024 und werden Ende November 2026 abgeschlossen.
Es handelt sich um eine gemeinsame Baumaßnahme der Hansestadt Lübeck, der Entsorgungsbetriebe Lübeck und der TraveNetz GmbH. Die Neugestaltung der Beckergrube im ersten Bauabschnitt wird anteilig mit Fördermitteln in Höhe von 3,5 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ finanziert.
