„Die Opferung Isaaks“ von Jacob Jordaens als neues Highlight im Lübecker St. Annen-Museum
Bild: St. Annen-Museum · Das Lübecker St. Annen-Museum modernisiert in den kommenden Jahren in zehn Etappen seine Dauerausstellung. Nach der Präsentation „600 Jahre Farbe und Handwerk“ als erste Station im vergangenen Jahr wird nun am Donnerstag, 15. Oktober, feierlich die zweite Etappe eröffnet: Nach einer umfassenden Neugestaltung wird die Galerie der niederländischen Malerei in völlig neuem Glanz der Öffentlichkeit präsentiert. Darin sind die Werke nord- und südniederländischer Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts aus der Sammlung zu sehen. Diese wird künftig um ein neues Highlight ergänzt: das monumentale Gemälde „Die Opferung Isaaks“ des flämischen Barockmalers Jacob Jordaens, das die Lübecker Laurentius-Kirchengemeinde dem Museum als Dauerleihgabe überließ. Dieses Werk war Anlass, die Gemäldegalerie neu zu ordnen und die Geschichte der Sammlung aufzuarbeiten.
Das 2,42 x 1,74 Meter große Ölgemälde hing rund 200 Jahre, lange Zeit unerkannt, auf der Empore der St. Lorenz-Kirche. Jordaens zeigt darauf sehr eindringlich den dramatischen Augenblick, in dem Abraham zur Opferung seines Sohnes Isaaks bereit ist. Der Antwerpener Maler Jacob Jordaens (1593 bis 1678) gehört zu den wichtigsten Vertretern des flämischen Barocks und ist mit Werken in allen großen Museen der Welt zu sehen.
In der neu aufbereiteten Gemäldegalerie finden sich auch Werke weiterer berühmter Maler jener Epoche, darunter Jan Brueghel d.Ä., Pieter de Molijn, Joris van Son oder Jacob Adriaensz. Am Beispiel dieser Sammlung befasst sich das Team des St. Annen Museums mit zentralen Fragen des Sammelns und arbeitet die Sammlungsgeschichte auf.
Zudem lässt sich an dem Bildbestand die Entwicklung der Kunst in den nördlichen und südlichen Niederlanden des 17. Jahrhundert ablesen: Während im katholischen Süden unter spanisch-habsburgischer Herrschaft im Geist der Gegenreformation weiterhin große Altarbilder gefertigt wurden, malte man im protestantischen und vom Reichtum des Handels geprägten Norden für freien und einer großen Käuferschaft zugänglichen Markt. Hier dominierten eher Alltagsszenen oder Landschaftsmotive.
Weitere Informationen unter https://st-annen-museum.de/
