Lübeck Lupe

Dräger Safety stiftet VW Bus zum 40-jährigen Bestehen der Feuerwehr Lübeck-Innenstadt

Feuerwehrauto
Lübeck – am heutigen Samstag wurde die Freiwillige Feuerwehr Lübeck-Innenstadt auf den Tag genau 40 Jahre jung.

Prof. Dr. Albert Jugelt – Vorstandsmitglied der Dräger Safety – begann seine Ansprache mit den Worten: „Die Dräger Werke AG sind nicht nur gut für Schlagzeilen, sondern auch für die Feuerwehr,“ und setzte es gleich in die Tat um. Er übergab das „Geburtstagsgeschenk“ der Dräger Safety an Wehrführer Klaus Cohrs – einen feuerwehrmäßig lackierten VW Bus…Weiterhin hob er die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren mit deutschlandweit rund 1,1 Millionen Feuerwehrleuten hervor. So ist der Wert der ehrenamtlichen Tätigkeit für die Gesellschaft nach Jugelt eine einfache Rechnung, wenn man sich nur einmal die Kosten für berufliche Einsatzkräfte vor Augen führt, wären ehrenamtliche Feuerwehrleute nicht vorhanden.

Hauptbrandmeister Klaus Cohrs ließ die wesentlichen Ereignisse seit Gründung am 06.11.1964 als „Schornsteinfegerwehr“ Revue passieren. Die Gründung der Feuerwehr Innenstadt verdankt die Hansestadt Lübeck dem Umstand, dass für Bezirksschornsteinfegermeister die aktive Mitgliedschaft in einer Freiwilligen Feuerwehr gesetzlich gefordert war und in der Lübecker Innenstadt damals keine Freiwillige Feuerwehr existierte. Neun Schornsteinfegermeister und 15 Schornsteinfegergesellen bildeten unter Leitung von Hans Kähler die erste Feuerwehr Innenstadt, in die bis zum Jahre 1969 auch nur Schornsteinfeger aufgenommen wurden.
Das erste Löschfahrzeug erhielt die Wehr 1966, der Standort war eine Garage auf dem Gelände der Cambrai-Kaserne in Vorwerk. Seit 1966 war die Wehr noch an zwei weiteren Standorten zu finden, bis sie 1984 ihr heutiges Domizil auf der Wallhalbinsel bezog. Aber auch dieser feuerwehrtaktisch hervorragende Standort ist nicht gesichert; seit Jahren laufen städtebauliche Planungen für diesen Bereich, die noch nicht abgeschlossen sind. Bauunterhaltungsmaßnahmen am Feuerwehrhaus wurden aus diesem Grund auf äußerster Sparflamme betrieben. „Das alte Feuerwehrhaus ist marode und entspricht nicht den heutigen baulichen Anforderungen an ein Feuerwehrgerätehaus. Es steht nur ein WC für 42 Kameraden zur Verfügung“, so Cohrs. Aufgrund des unzureichenden Feuerwehrhauses konnte die Feuerwehr Innenstadt, eine der mitgliederstärksten Lübecker Feuerwehren, bisher keine Jugendfeuerwehr gründen. Virtuell ist aber schon einiges möglich. Pünktlich mit dem heutigen Tag steht die Internetseite der Feuerwehr Innenstadt unter www.ff-innenstadt-luebeck.de im Netz.

Lübecks Innensenator Thorsten Geißler unterstrich die Notwendigkeit des ehrenamtlichen Engagements der Freiwilligen Feuerwehr. „Wir brauchen die Freiwilligen Feuerwehren. Alleine mit der Berufsfeuerwehr – deren Arbeit ich sehr schätze – kann der Brandschutz in der Hansestadt Lübeck nicht sichergestellt werden,“ so Geißler. Gerade für das Weltkulturerbe „Lübecker Altstadt“ mit seinen historischen Gebäuden ist ein uneingeschränkter Verlass auf die Freiwilligen Feuerwehren von herausragender Wichtigkeit.
Mit den Worten „Wenn ich mich hier so umsehe . . . optimal ist es nicht,“ lenkte Geißler die Aufmerksamkeit auf das Standortproblem. Die Hansestadt Lübeck arbeitet auf allen Ebenen, um in absehbarer Zeit eine Lösung zu verwirklichen. Er ist sich sicher, dass nach räumlicher Verbesserung auch die Jugendfeuerwehr Innenstadt gegründet werden kann und wird nach Kräften hierbei unterstützen.

Der stellvertretende Lübecker Stadtbrandmeister Walter Gaul betonte das heute eher seltene 40-jährige Jubiläum – die meisten Feuerwehren sind zwischen 80 und 100 Jahren alt. Er erinnerte daran, dass städtebauliche Planungen für eine anderweitige Nutzung der Wallhalbinsel bereits bei Einzug der Feuerwehr Innenstadt 1984 angelaufen waren. Gaul dankte besonders Frau Schatz und Herrn Hiller aus der Lübecker Bürgerschaft für ihren Einsatz bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück und ist zuversichtlich, dem Zeitplan entsprechend, ein Grundstück in der ersten Jahreshälfte 2005 gefunden zu haben.
Hauptbrandmeister Walter Gaul verlieh Klaus Cohrs das Brandschutz-Ehrenzeichen in silber für 25-jährige aktive Feuerwehrarbeit und beförderte aufgrund ihrer Verdienste um den Brandschutz die Kameraden Reiner Otto Grützmann zum Ehrenbrandmeister und Carlos Voß zum Ehrenlöschmeister.

Die Bürgerschaftsmitglieder Ingrid Schatz, Reinhold Hiller und Bernd Möller verkündeten es als ihr erklärtes Ziel, einen geeigneten Standort für die Feuerwehr Innenstadt zu finden. Hiller brachte seine Meinung zum heutigen Feuerwehrhaus auf den Punkt: „Was wir hier haben ist nicht mehr der Zeit angemessen.“ Möller, für den die Gründung einer Jugendfeuerwehr Herzensangelegenheit ist, bot spontan seine fachliche Hilfe als Altstadtsanierer an.

Reiner Mahn – Orstbeauftragter des Technischen Hilfswerks – und Matthias Schäfer – Berufsfeuerwehr Lübeck – hoben die kameradschaftliche Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr hervor.

Nach Übermittlung der Grußworte wurde der von Dräger Safety gespendete spritzige VW Bus in Augenschein genommen. Der 7-Sitzer wird vordergründig als Transportfahrzeug für die Ausbildung eingesetzt, bevor er, den Wünschen Dr. Jugelts entsprechend, als Beitrag der Dräger Werke für die Gründung einer Jugendfeuerwehr verwendet werden kann.