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Extremwetter und Notfallvorsorge: Deutschland auf Platz 4 der am schlechtesten vorbereiteten Länder weltweit

Während Extremwetterereignisse und Naturkatastrophen weiterhin erhebliche Schäden anrichten, rückt eine oft unterschätzte Gefahr in den Fokus: die Widerstandsfähigkeit von Wohngebäuden und der Energieinfrastruktur.Eine globale Studie von Compare the Market hat den Katastrophenrisiko-Index, die Wirtschaftsschäden im Verhältnis zum BIP, die Auswirkungen auf die Bevölkerung und den Vorbereitungsgrad der Bürger untersucht. Unter den 20 analysierten Nationen belegt Deutschland mit 33,96 von 100 Punkten den 4. Platz der am schlechtesten vorbereiteten Länder.

Trifft ein Unwetter oder ein Waldbrand eine besiedelte Region, geht die Gefahr über direkte Sachschäden hinaus: Langandauernde Stromausfälle, Überlastungen des Stromnetzes und der Ausfall grundlegender Dienstleistungen gefährden die Sicherheit der Haushalte direkt.

Hohe Wirtschaftsschäden und Nachholbedarf bei der privaten Vorsorge

Das Gesamtergebnis zeichnet ein spezifisches Bild für Deutschland. Während der Katastrophenrisiko-Index mit 4,28 niedrig ist und die Zahl der betroffenen Personen im Zehnjahresschnitt gering ausfällt (0,4 pro 100.000 Einwohner), wiegen die wirtschaftlichen Schäden schwer: Die jährlichen direkten Schäden belaufen sich im Schnitt auf 0,24 % des BIP – ein Wert auf dem Niveau von Brasilien und deutlich höher als bei europäischen Nachbarn wie Italien (0,00 %) oder Chile (0,02 %).

Auch beim Vorsorgeverhalten der Bevölkerung gibt es Luft nach oben. In Deutschland wurden pro 100.000 Einwohner 986 Online-Suchanfragen zu Notfalllösungen (wie Notfall-Kits, Elementarschadenversicherungen und Überspannungsschutz) registriert. Zwar liegt dieser Wert über Ländern wie Südafrika (43) oder Brasilien (88), bleibt aber deutlich hinter dem Spitzenreiter Australien (2.700 Suchanfragen pro 100k) sowie europäischen Nachbarn wie Griechenland (2.119) und Frankreich (1.975) zurück.

Expertinnen-Kommentar

Meredith O’Brien, Head of Energy bei Compare the Market, erklärt dazu:

«Naturkatastrophen beschädigen nicht nur Gebäude, sondern legen auch Strom-, Wasser- und Kommunikationsnetze lahm. Mit der zunehmenden Häufigkeit von Extremwetterereignissen wird die Investition in widerstandsfähige Energiesysteme zur Notwendigkeit. Kleine Maßnahmen – wie die Installation von Überspannungsschutzgeräten, die Anschaffung von Notstromlösungen oder die Überprüfung, ob der eigene Stromtarif den Anforderungen der Region entspricht – können im Ernstfall einen entscheidenden Unterschied machen.»Globale Rangliste: Am schlechtesten vorbereitete Länder

# Land Katastrophenrisiko-Index Jährlich betroffene Personen (pro 100k) Jährlicher Wirtschaftsschaden (% des BIP) Vorsorge-Suchanfragen (pro 100k) Gesamtwert (/100)
Südafrika 9,5 4.112 0,31 % 43 15,14
Brasilien 13,8 296,4 0,24 % 88 32,09
Türkei 14,62 2.302 0,06 % 77 32,62
Deutschland 4,28 0,4 0,24 % 986 33,96
Südkorea 11,01 30,5 0,03 % 11 35,47
Argentinien 15,72 434,8 0,04 % 40 38,85
Chile 14,27 103,9 0,02 % 95 39,66
Italien 11,34 21 0,00 % 345 40,35
Thailand 20,03 1.063,8 0,04 % 21 40,92
10° USA 23,09 6 0,52 % 880 42,48

Methodik

Der Datensatz analysiert 20 Nationen anhand von 4 gewichteten Faktoren:

  1. Natural Disaster Risk Index (40 %): Expositions- und Vulnerabilitätsindex des Landes gegenüber Naturkatastrophen.
  2. Katastrophenvorsorge-Suchanfragen pro 100k (30 %): Web-Suchvolumen (September 2024 – August 2025) für Keywords wie ‚Wohngebäudeversicherung‘, ‚Notfallset‘, ‚Hausratversicherung‘, ‚Katastrophen-Notfallpaket‘ und ‚Elementarschadenversicherung‘.
  3. Jährliche durchschnittliche Zahl betroffener Personen (15 %): 10-Jahres-Durchschnitt pro 100.000 Einwohner.
  4. Jährlicher durchschnittlicher Wirtschaftsschaden (% des BIP) (15 %): Direkte Schäden im Verhältnis zum BIP in den letzten 10 Jahren.

Quellen: WorldRiskReport, Our World in Data, Google Keyword Planner, CityPopulation.