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FDP Lübeck zum Umgang von Bürgermeister Lindenau mit den Betroffenen des Verkehrschaos

Lübeck steht. Die Mühlentorbrücke ist seit Dezember 2025 gesperrt, die Hubbrücke ebenfalls, die Marienbrücke wird noch bis zum 2. September in vier Bauphasen instandgesetzt, die Eric-Warburg-Brücke war zwei Wochen voll gesperrt. Ab dem 24. August folgt die Deckenerneuerung Bei der Lohmühle, vom 4. bis 7. September als Vollsperrung. Die B 75 Richtung Hamberge ist seit Mai dicht.

Dass gebaut werden muss, bestreitet niemand. Brücken, deren Substanz am Ende ist, muss man sanieren, und an der Marienbrücke hat sich während der Arbeiten sogar herausgestellt, dass der Beton schlechter ist als die Voruntersuchung ergeben hatte. Jahrzehnte des Substanzverzehrs lassen sich nicht ohne Einschränkungen aufholen. Das ist die ehrliche Botschaft.

Am härtesten trifft der Stillstand die, die nicht ausweichen können. Ambulante Pflegedienste fahren eng getaktete Touren zu Menschen, die auf pünktliche Versorgung angewiesen sind. Jede verlorene Viertelstunde geht von der Zeit am Bett ab. Dasselbe gilt für Krankentransporte, Handwerksbetriebe, Lieferdienste, Schichtarbeiter und Eltern, die eine Kita zu einer festen Uhrzeit erreichen müssen. Für diese Menschen ist der Stau keine Unannehmlichkeit, sondern ein wirtschaftliches und menschliches Problem.

 

Scharfe Kritik übt die FDP Lübeck deshalb am Auftreten des Bürgermeisters. Statt sich der Kritik zu stellen, kommentierte Jan Lindenau am 12. August unter einem Beitrag des Stadtportals luebeckverliebt, diese sei “ungeprüft und faktenlos”, man könne auch schreiben: “einfach dumm!”. Dazu verwies er auf luebeck.de/baustellen.

„Wer Kritik als dumm abtut, hat aufgehört zuzuhören. Tausende Lübeckerinnen und Lübecker verlieren jeden Tag Lebenszeit im Stau, Pflegekräfte verlieren Zeit bei ihren Patienten. Diese Menschen haben ein Recht auf eine Erklärung, nicht auf eine Beleidigung aus dem Rathaus. Wir erwarten vom Bürgermeister sich sachlich, mit den Problemen der Bürgerinnen und Bürger seiner Stadt auseinandersetzen“

Tristan Rao, Kreisvorsitzender der FDP Lübeck

Der Verweis auf eine Website ersetzt keine Erklärung. Dort steht, was gebaut wird, nicht wie die Stadt trotzdem funktionieren soll. Wer den Betroffenen sagt, sie sollten sich informieren, unterstellt ihnen, sie hätten das Problem nicht verstanden. Sie stehen jeden Morgen darin.

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