Frauen im TOP-Management städtischer Gesellschaften: Lübeck auf Platz 60 von 69
Bild: TBF (Gemini KI generiert) · Aktuelle Studie zu „Frauen in TOP-Managementorganen öffentlicher Unternehmen – ein deutschlandweiter Städtevergleich 2026“ zeigt: Lübeck ist nach wie vor am Ende des Rankings
Die Studie der Zeppelin Universität wurde am 17. Juli 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt; sie untersucht erneut die Repräsentation von Frauen in Top-Management-Organen öffentlicher Unternehmen.
Ernüchtert stellt Gleichstellungsbeauftragte Elke Sasse fest: „Es zeigt sich zum wiederholten Male: Lübecks Beharrungsvermögen in den städtischen Unternehmen ist groß. Nur 7,7 % der Positionen im Management städtischer Gesellschaften sind mit Frauen besetzt – und von den zwei für die Studie gezählten Frauen ist inzwischen eine Frau in den Ruhestand gegangen und durch einen Mann ersetzt worden – so dass der reale Frauenanteil noch unter den Werten der Studie liegt.“

Das es anders geht, zeigt die Studie auch: Weimar hat 55 % Frauen, Greifswald 46 % und Hannover 44 % Frauen in den Geschäftsführungen. „Von anderen Städten Norddeutschlands gibt es ebenfalls deutlich bessere Zahlen: Bremen (37 %), Hamburg (27 %) und Rostock (24 %). In Schleswig-Holstein liegt Kiel mit 21 % Frauen vorne, gefolgt von Neumünster (20 %) und Norderstedt (13 %). Diesmal ist Flensburg (6 %) das norddeutsche Schlusslicht und Lübeck mit vermeintlichen 7,7 % knapp davor“, erläutert Petra Schmittner, Mitarbeiterin im städtischen Frauenbüro, die Studie.
Allerdings mache die aktuelle Auswertung auch deutlich, dass es bundesweit einen „massiven Rückgang“ von knapp 7 % bei Neubesetzungen im Vergleich zum Vorjahr gibt.
Bereits im Herbst 2024, nach dem vorgelegten 2. Bericht zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern in den städtischen Gesellschaften der Hansestadt Lübeck hatte Lübecks Gleichstellungsbeauftragte Elke Sasse Handlungsfelder identifiziert, an denen in den städtischen Gesellschaften gearbeitet werden müsse, unter anderem:
- klare Vorgaben der Gesellschafterin Hansestadt Lübeck in Zusammenarbeit mit den Aufsichtsratsvorsitzenden, um mehr Frauen für die Geschäftsführungspositionen zu gewinnen
- deutlich ausbaufähige Maßnahmen im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei allen städtischen Gesellschaften
- die Tarifbindung der städtischen Gesellschaften, um das Thema Entgeltgleichheit zu befördern
- ein regelmäßiges, mindestens jährliches Monitoring und Berichterstattung
Bei der Vorstellung der Studie am 17. Juli wurden in der Diskussion zwei wesentliche Hebel zur Veränderung der Situation immer wieder benannt: die persönliche Ansprache potenzieller Kandidatinnen und Frauen-Netzwerke innerhalb der Unternehmen ebenso wie unternehmensübergreifend.
Ein Netzwerk ‚Frauen*Werke‘ bei den Stadtwerken Lübeck ist auch eine der Maßnahmen im 2. Lübecker Aktionsplan Gleichstellung | Queer.
Die Aufgabe, gezielt Frauen für die Geschäftsführungs-Positionen zu akquirieren, sei gesamtstädtische Aufgabe, so die Gleichstellungsbeauftrage Sasse. „Die aktuellen Zahlen machen deutlich, dass es nicht reicht, politische Beschlüsse zu fassen und Regularien zu ändern: sie müssen auch mit Leben gefüllt werden. Deshalb ist diese jährlich vorgelegte Studie für uns sehr wertvoll – legt sie doch immer wieder den Finger in die Wunde und zeigt den Handlungsbedarf für Lübeck.“
