Greenpeace – Protest gegen Urwaldzerstörung
Wolfgang Freywald – Fotos: TBF/Wolfgang Freywald
Es war schon immer wichtig, abzuwägen, ob wirtschaftliche Interessen vor die der Natur gestellt werden sollen. Eine Organisation, die sich sehr für die Natur einsetzt, ist Greenpeace. Und die starteten am Donnerstag eine spektakuläre Aktion an der Herrenbrücke unter dem Motto: „Wir schützen die Natur.“ 40 Greenpeace-Aktivisten hatten Seile zwischen die Klappen gespannt, hangelten in schwindelerregender Höhe herum und spannten ein 12 Mal 40 Meter-Banner Mitten zwischen die Klappbrücken und warteten auf einen Papierfrachter aus Finnland.Pressesprecherin Svenja Koch: „Geladen hat die >Antares< der Reederei Finnlines Zellstoff aus der Urwaldzerstörung in Lappland. Aus einer Region in der die Bäume fast ewig brauchen um groß zu werden. Sie wachsen dort viel langsamer als in wärmeren Teilen der Welt, weil es den größten Teil des Jahres sehr kalt ist." Die Kälte, die Müdigkeit und das lange Warten hatte die Mannschaft ein wenig mürbe gemacht, „aber wir wissen warum wir hier sind. Es geht um die Rettung der letzten borealen Urwälder in Nordfinnland, mit Bäumen die weit über 500 Jahre alt sein können. Es geht um den einzigartigen Lebensraum für viele Tiere, Pflanzen und Pilze, die nirgends anderes mehr einen Platz finden. Und es geht um das Überleben der traditionellen Lebensweise der einzigen Ureinwohner Europas, der Sami. Nur in den intakten Urwäldern im hohen Norden wachsen die Flechten, die ihren Rentieren im Winter das Überleben sichern, “ so die Aktivisten. Auch Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace kritisiert das Geschehen in Lappland: „Täglich wird in Finnland Jahrhunderte alter Urwald für Werbezettel und Zeitschriften vernichtet. Damit werden nicht nur zahlreiche Arten vernichtet – die dort lebenden Sami verlieren ihren Lebensraum. Ein klarer Verstoss gegen die Menschenrechte.“ Er fordert, dass das Abholzen der letzten Urwälder in Finnland gestoppt werden muss. Für viele Sami ist die Rentierhaltung mit frei umherziehenden Herden die wichtigste Lebensgrundlage. Die Rentiere sind im Winter auf Baumflechten als Futter angewiesen, die nur in den Urwäldern in ausreichender Menge wachsen. Gegen Mittag griff die Bereitschaftspolizei ein, beendete die Aktion, holte die Greenpeaceleute von der Brücke und zog die Transparente und die Seile ein.

