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Haus & Grund Kiel warnt: Kommunale Gebühren dürfen keine Einnahmequelle sein

Symbolfoto: Gemini KI generiert camel · Wohnen wird immer teurer – und das längst nicht mehr nur durch steigende Nettokaltmieten. Auch kommunale Gebühren und Betriebskosten belasten Eigentümer und Mieter zunehmend. Die angekündigte Erhöhung der Kieler Abfall- und Straßenreinigungsgebühren um acht beziehungsweise 7,2 Prozent ab 2027 ist für Haus & Grund Kiel deshalb Anlass, vor einer weiteren Verteuerung des Wohnens zu warnen.

„Die sogenannte zweite Miete ist längst ein erheblicher Kostenfaktor. Grundsteuer, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung und weitere Betriebskosten summieren sich zu einer Belastung, die vielerorts bereits über der Nettokaltmiete liegt. Während über die Entwicklung der Kaltmieten intensiv diskutiert wird, geraten diese zusätzlichen Kosten viel zu selten in den Blick“, erklärt Sönke Bergemann, Geschäftsführer von Haus & Grund Kiel.

Dabei dürfe das Kostendeckungsprinzip nicht aus dem Blick geraten. Gebühren seien dazu da, die Kosten einer konkreten öffentlichen Leistung zu finanzieren – nicht, um allgemeine Haushaltslöcher zu stopfen oder zusätzliche Einnahmen für die Stadt zu generieren. Haus & Grund Kiel erwartet deshalb eine nachvollziehbare Kalkulation und eine wirtschaftliche Organisation der kommunalen Leistungen. Steigende Personal- und Betriebskosten allein dürften nicht dazu führen, dass Gebührensteigerungen zum Automatismus werden.

Dass eine wirtschaftlichere Gebührenpolitik möglich ist, zeigt auch das Müllgebührenranking 2026 von Haus & Grund Deutschland. Kiel hat sich im Vergleich der 100 größten deutschen Städte von Rang 29 auf Rang 9 verbessert. Für einen Vierpersonenhaushalt wurden im untersuchten Vollservice-Modell jährliche Müllgebühren von 234,40 Euro ermittelt. Die positive Entwicklung ist aus Sicht des Verbandes ein Erfolg, aber kein Grund, sich zurückzulehnen.

„Die Stadt hat gezeigt, dass sich durch eine bessere Gebührenstruktur und wirtschaftliche Organisation etwas bewegen lässt. Diesen Weg sollte sie konsequent fortsetzen, statt die nächste Kostensteigerung einfach an die Gebührenzahler weiterzugeben. Denn am Ende treffen höhere Betriebskosten Mieter und Eigentümer gleichermaßen. Wer bezahlbares Wohnen ernst nimmt, muss deshalb auch die kommunalen Kosten konsequent im Blick behalten“, betont Bergemann.

Haus & Grund Kiel appelliert an die Ratsversammlung, die für November vorgesehene Gebührenentscheidung kritisch zu prüfen. Die Belastung der Bürger müsse auf das sachlich und wirtschaftlich erforderliche Maß begrenzt bleiben. Eine solide kommunale Finanzpolitik dürfe nicht auf immer höheren Gebühren zulasten der Wohnkosten beruhen

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