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Hebammenstreik – Nordelbische Kirche unterstützt Proteste

Kiel (frb). Gothart Magaard, Bischofsbevollmächtigter im Sprengel Schleswig und Holstein, und Annette Pawelitzki, Pressesprecherin des Nordelbischen Frauenwerkes, werden am kommenden Donnerstag (5. Mai) den Demonstrationszug der schleswig-holsteinischen Hebammen begleiten. Auf Einladung des Hebammenverbandes wird der Bischofsbevollmächtigte auch vor dem Kieler Landeshaus zu den Demonstranten sprechen.

„Wir haben bereits seit längerem die große Sorge, dass die flächendeckende Versorgung von Frauen, Kindern und Familien unter der Geburt durch die schlechte Arbeitssituation der freiberuflichen Hebammen gefährdet ist“, erklärte Gothart Magaard das Engagement der Nordelbischen Kirche für die Hebammen im Vorfeld der Aktion am Donnerstag. „Und es ist uns nicht gleichgültig, wie Kinder in unserem Land das Licht der Welt erblicken.“ Im vergangenen Herbst habe er deshalb bereits an den Sozialausschuss des Landes Schleswig-Holstein geschrieben und mit einzelnen Vertreterinnen und Vertretern der Landespolitik gesprochen.

Die Sprecherin des Nordelbischen Frauenwerkes, Annette Pawelitzki, sagte: „Leben auf die Welt zu bringen und dabei zu unterstützen, ist von alters her eine Aufgabe von Frauen. Leider wird diese Tätigkeit, wie viele andere Arbeitsbereiche von Frauen auch, sehr schlecht bezahlt.“ „Dass die Tätigkeit von freiberuflichen Hebammen durch den überproportionalen Anstieg der Berufshaftpflichtversicherung teilweise unmöglich gemacht werde, sei jedoch schlichtweg ein Skandal.
Aus diesem Grund unterstütze das Nordelbische Frauenwerk die Proteste der Hebammen“, so Pawelitzki.

Auch die Nordelbische Synode hat in einer Stellungnahme vom 20. November 2010 zum Ausdruck gebracht, dass eine ausreichende Fürsorge der Frauen und Kindern durch eine ihnen vertraute Hebamme weiterhin gewährleistet bleiben muss.
„Mit unserer Teilnahme an dem Demonstrationszug möchten wir den Hebammen zeigen, dass uns ihre Arbeit wichtig ist und wir größten Wert darauf legen, dass sie ihre umfassende Begleitung von Müttern und Kindern unter guten Arbeitsbedingungen weiterführen können“, so der Bischofsbevollmächtigte Magaard.

Eine gemeinsame Unterschriftenaktion der Nordelbischen Kirche und der Hebammenverbände Schleswig-Holstein und Hamburg, die vom 6. Dezember vorigen Jahres bis zum 6. Januar 2011 durchgeführt wurde, hatten bereits mehr als 22.000 Menschen unterstützt. In einem Schreiben bitten die Unterzeichner Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, sich zügig
für gute Lösungen im Sinne der betroffenen Mütter, Kinder und Hebammen einzusetzen. Die Unterschriften sollen noch im Mai 2011 von Vertretern der Nordelbischen Kirche und des Hebammenverbandes Schleswig-Holstein an Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler in Berlin übergeben werden. Den genauen Termin des Treffens wird der
Bischofsbevollmächtigte Gothart Magaard am Donnerstag (5. Mai) öffentlich bekanntgeben.