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HUK-EAutos-Barometer

Neuer Rekord: In 2025 stiegen so viele Privatleute von Verbrennungsmotoren auf E-Autos um wie noch nie – In Großstädten sind Umstiege allerdings deutlich seltener – Unter den 15 größten Städten ist Düsseldorf beim Umstieg führend, unter allen Landkreisen Starnberg. (Weiter untenS-H-Daten)

  • Wer einen Garagenstellplatz oder Carport hat, besitzt fast doppelt so häufig ein privates E-Auto wie andere
  • Jeder vierte Befragte will ein E-Auto nur von seiner bevorzugten Automarke, bei Vielfahrern ab 10.000 Jahreskilometern ist es sogar mehr als jeder Dritte
  • Drei Viertel der 15 Landkreise mit den bundesweit höchsten Wechselquoten vom Verbrenner zum Elektroauto liegen in Bayern

Coburg, 10.02.2025

Im vierten Quartal 2025 wurde in Deutschland die höchste Umstiegsquote von Verbrenner- auf Elektroautos bei Privatpersonen seit drei Jahren erreicht. Laut HUK-E-Barometer war dies bei 6,3 Prozent aller privaten Fahrzeugwechsel der Fall. Damit ist die Umstiegsquote in allen Quartalen 2025 immer weiter gestiegen. Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich daraus insgesamt die höchste bislang gemessene jährliche Umstiegsquote (5,5 %). Und auch die weiteren Planungen der Privathaushalte gehen in die gleiche Richtung: 15 Prozent derjenigen, die in den kommenden zwei Jahren einen privaten Fahrzeugwechsel vornehmen wollen, fassen aktuell einen Umstieg auf einen rein elektrischen Antrieb ins Auge.

Dr. Jörg Rheinländer, im Vorstand der HUK-COBURG zuständig für die Kfz-Versicherung: „Die Ankündigung einer neuen staatlichen Förderung bei der Anschaffung von E-Autos hat 2025 offenbar nicht zu einem breiten Abwarten bei privaten Käufern geführt. Augenscheinlich scheint die Attraktivität der E-Mobilität inzwischen also auf einem deutlich stabileren Fundament zu stehen.“

Große Unterschiede zwischen Stadt und Land – und viel Potential

Das neue HUK-E-Barometer offenbart interessante Unterschiede. So steigen Bewohner in den 15 größten Städten Deutschlands deutlich seltener auf E-Autos um als dies im Bundesschnitt der Fall ist (4,6 % gegenüber 5,5% im Gesamtjahr 2025). Im Ergebnis erreicht damit selbst etwa Düsseldorf als Großstadt mit den meisten Umstiegen in 2025 aktuell beim Gesamtbestand an privaten E-Fahrzeugen nur erst die Hälfte dessen, was der Spitzenreiter bei den Landkreisen Starnberg (3,3 % zu 6,6 % %) schon aufweisen kann. Auch der Spitzenreiter unter den Großstädten mit dem höchsten Bestand an privaten E-Autos, die Landeshauptstadt Stuttgart, liegt deutlich dahinter (4,8 %).

Auf den ersten Blick ist das erstaunlich. So halten laut HUK-E-Barometer Bewohner in Städten ab 500.000 Einwohnern Elektroautos viel häufiger für „gut“ oder „sehr gut“ als die übrige Bevölkerung (59 % zu 45 %). Dass sie dennoch in der Praxis aber seltener auf E-Fahrzeuge wechseln, lässt sich mit einem viel geringeren Anteil von eigenen selbstgenutzten Häusern und Wohnungen in den Großstädten erklären. So zeigt das HUK-E-Barometer: Besitzer eines eigenen Hauses oder einer eigenen Wohnung haben exakt dreimal so häufig ein privates E-Auto wie diejenigen ohne Wohneigentum (4,8 % zu 1,6 %). Oder noch eindrucksvoller: 81 Prozent aller privaten E-Autos in Deutschland werden von Immobilienbesitzern gefahren.

Deutlich wird der Unterschied zwischen Stadt und Land auch, wenn nach der Unterbringung von Fahrzeugen gefragt wird. Wer demnach einen Carport oder einen Garagen-Stellplatz besitzt, hat im Bundesschnitt fast drei Viertel häufiger ein privates E-Auto als derjenige, der sein Auto auf der Straße abstellen muss (4,1 % Besitzquote zu 2,4 %). „Wenn sich in den Großstädten Deutschlands die Lademöglichkeiten auch für Freiluftparker verbessern, könnte das also nochmal deutliche Zuwächse beim Hochlauf der Elektromobilität bringen – denn hier besteht noch erhebliches Potential“, folgert Dr. Jörg Rheinländer.

Jeder Vierte will ein E-Auto nur von seiner Lieblingsmarke

Interessante Unterschiede lassen sich auch bei den Marken-Präferenzen von Interessenten für Elektroautos erkennen. Für mehr als jeden vierten Führerscheininhaber (27 %) kommen so nur Elektroautos einer ganz bestimmten Automarke in Frage. Unter Vielfahrern, die jährlich mehr als 10.000 Kilometer zurücklegen, ist es sogar mehr als jeder Dritte (36 %) ebenso wie bei Familien mit Kindern (37 %). Und wer im Monat über 5.000 Euro netto verdient, ist sogar zu 52 Prozent auf eine bestimmte Automarke fixiert. Resultat: Für einen grundsätzlichen Wechsel zur Elektromobilität müsste laut HUK-E-Barometer bei zehn Prozent der Führerscheinbesitzer noch die Voraussetzung erfüllt sein, dass ihre bevorzugte Automarke ein ihnen gefallendes Elektroauto im Angebot hat. Und 17 Prozent nennen als weiteren Beweggrund, um den Schritt zu gehen, dass es für ihre Bedürfnisse besser  passende Modelle reiner E-Autos geben müsse.

Wenn es nach den Wünschen aller Autofahrer in Deutschland geht, würden sie persönlich am ehesten einen VW oder BMW fahren, wenn die Anschaffung eines vollelektrischen Fahrzeugs anstünde. Tatsächlich stiegen im vergangenen Jahr auch die meisten HUK-Versicherten auf diese Hersteller privat um. Allerdings zwängte sich Skoda noch zwischen die beiden Marken auf das Siegertreppchen – durch den besonderen Verkaufserfolg des Modells Elroq. VW wurde 2025 demnach in 13,4 Prozent aller Fälle gewählt, wenn privat von einem Verbrenner auf ein reines Elektroauto gewechselt wurde, Skoda kam auf 8,2 Prozent und BMW auf 7,9 Prozent.

Das sind zentrale Ergebnisse des HUK-E-Barometers, die sich aus dem Versicherungs-bestand des marktführenden Unternehmens ergeben sowie aus parallel laufenden bundesweit repräsentativen Befragungen.

 

Regionale Spitzenreiter bei Wechseln vom Verbrenner zum reinen Elektroauto in 2025:


Im Vergleich der 15 größten deutschen Städte stiegen 2025 in der NRW-Landeshauptstadt die Autofahrer am häufigsten auf rein elektrische Antriebe um

Düsseldorf 5,5%
Dortmund 5,3%
Nürnberg 5,1%
Hamburg 5,0%
München 4,8%
Köln 4,7%
Hannover 4,7%
Essen 4,6%
Duisburg 4,6%
Frankfurt am Main 4,5%
Berlin 4,5%
Stuttgart 4,4%
Bremen 4,1%
Leipzig 3,5%
Dresden 3,3%

Rund drei Viertel der 15 Landkreise mit den höchsten Wechselquoten liegen in Bayern
Starnberg (Bayern) 10,0%
Erlangen-Höchstadt (Bayern) 9,6%
Ebersberg (Bayern) 9,6%
Pfaffenhofen an der Ilm (Bayern) 9,4%
Höxter (NRW) 9,1%
Würzburg (Bayern) 9,0%
Paderborn (NRW) 8,8%
Amberg-Sulzbach (Bayern) 8,8%
Regensburg (Bayern) 8,8%
Altötting (Bayern) 8,8%
Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) 8,7%
Holzminden (Niedersachsen) 8,7%
Traunstein (Bayern) 8,6%
Aschaffenburg (Bayern) 8,6%
Neumarkt in der Oberpfalz (Bayern) 8,3%

Quelle: Quoten-Analysen der Fahrzeugwechsel in Prozent im HUK-Bestand; Ranking erfolgt bei identischen Prozentzahlen laut weiterer Nachkommastellen.

Das HUK-E-Barometer für Schleswig-Holstein – Elektroautos in privater Hand:

    • Nur 15,6 Prozent der reinen Elektroautos gehören in Schleswig-Holstein Mietern, 84,4 Prozent aber denjenigen, die in eigenen Häusern oder Wohnungen leben. Die Konzentration des Besitzes von reinen Elektroautos auf die Immobilieneigentümer ist in Schleswig-Holstein noch größer als im Bundesschnitt.
    • Wie sich das in den einzelnen Städten und Landkreisen verhält, finden Sie in der Tabelle unten.
    • 5,5 Prozent der Autos derjenigen, die in Schleswig-Holstein im eigenen Haus wohnen Hauseigentümern, sind reine Elektroautos.
    • 2,9 Prozent beträgt diese Elektroauto-Quote bei denjenigen in Schleswig-Holstein, die in einer eigenen Wohnung leben.
    • 1,6 Prozent der Autos von Mietern sind reine Elektroautos
    • Mehr als drei Mal so hoch ist die E-Auto-Quote bei denen, die im eigenen Haus wohnen, im Vergleich zu Mietern.
    • Bezogen auf ganz Schleswig-Holstein liegt die Bestandsquote von Elektroautos bei 3,9 Prozent. Bundesweit sind es 3,5 Prozent.
    • Im Folgenden die Übersicht, wie sich in Städten und Landkreisen der Besitz der E-Autos je nach Wohnsituation verteilt.
Reine Elektroautos im Besitz
von Mietern von Besitzern einer selbstgenutzten
   Immobilie (Haus oder Wohnung)
Dithmarschen, Landkreis 9,7% 90,3%
Flensburg, Stadt 19,6% 80,4%
Herzogtum Lauenburg 13,9% 86,1%
Kiel, Landeshauptstadt 26,7% 73,3%
Lübeck, Hansestadt 26,1% 73,9%
Neumünster, Stadt 21,5% 78,5%
Nordfriesland, Landkreis 15,0% 85,0%
Ostholstein, Landkreis 15,4% 84,6%
Pinneberg, Landkreis 16,1% 83,9%
Plön, Landkreis 11,0% 89,0%
Rendsburg-Eckernförde, Landkreis 12,2% 87,8%
Schleswig-Flensburg, Landkreis 11,7% 88,3%
Segeberg, Landkreis 15,6% 84,4%
Steinburg, Landkreis 13,7% 86,3%
Stormarn, Landkreis 16,0% 84,0%
Schleswig-Holstein gesamt 15,6% 84,4%
Angaben in Prozent
Quelle: HUK-E-Barometer; hier: Analyse der Struktur versicherter Fahrzeuge im HUK-Bestand zum Stichtag 31.12.2025

Weiteres Zahlenmaterial zum aktuellen HUK-E-Barometer unter
https://www.huk.de/e-barometer