IHK-Sommertour im Kreis Segeberg: Exklusive Ehrung und innovative Energienetze im Fokus
Fotos: IHK zu Lübeck / Özren · Hohe Energiepreise, Umweltauflagen und die Versorgungssicherheit stellen die Unternehmen im Kreis Segeberg vor große, aber lösbare Herausforderungen.

Zur Resilienz des Standorts trägt auch die SPITZKE SE bei. Auf der IHK-Sommertour 2026 hat IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning die Niederlassung Kaltenkirchen für ihre langjährig herausragenden Leistungen in der Ausbildung als TOP-Ausbildungsbetrieb 2026 ausgezeichnet. Die Unternehmensgruppe SPITZKE baut, erneuert und saniert Bahninfrastruktur aller Art für die Deutsche Bahn und andere Infrastrukturbetreiber, macht somit das Streckennetz fit für die Zukunft. In Kaltenkirchen beschäftigt sie rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 13 Auszubildende.
„Das ist eine sehr exklusive Ehrung, wir verleihen sie nur an fünf Unternehmen pro Jahr“, sagte Schöning bei der Übergabe dieser besonderen Auszeichnung an den stellvertretenden Niederlassungsleiter Wladimir Schulz und sein Team. „Ihre Investitionen in junge Menschen, den Nachwuchs in Ihrem eigenen Unternehmen und in den Standort gehen über den normalen Rahmen hinaus. Das ist vorbildlich. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Im vergangenen Jahr haben Sie den landesbesten Absolventen in der Ausbildungsprüfung zum Gleisbauer gestellt“, betonte Schöning. Nils Offer, Mitglied der IHK-Vollversammlung, ergänzte, er wisse, wie wichtig und wertvoll die Nachwuchsarbeit sei. Eine gute Ausbildung mit anschließenden Weiterbildungen stehe einem Studium in vielen Bereichen in nichts nach.
Auch Kaltenkirchens Bürgermeister Stefan Bohlen ist stolz auf die Leistung des Unternehmens: „Diese Auszeichnung ist limitiert und damit etwas ganz Besonderes. SPITZKE erwirbt damit ein Renommee, das auch auf uns zurückfällt, denn Sie bilden auch für die Stadt aus.“
Auf der IHK-Sommertour 2026 besuchen Schöning und Vertreter des IHK-Ehrenamts Unternehmen, um aus erster Hand zu erfahren, wie die IHK sie unterstützen kann. „Wir produzieren einen Teil unserer Energie selbst und wollen alle Reststoffe im Kreislauf halten. Aber dieser Bereich nimmt mittlerweile einen großen Teil des täglichen Handelns ein – zusätzlich zu unserer Feinkost-Produktion“, sagte Stefan Wienke, Geschäftsführer der Popp Feinkost GmbH in Kaltenkirchen. „Ich hätte früher nicht geglaubt, dass wir uns so dezidiert mit Energiekreisläufen beschäftigen werden. Es ist aber richtig“, ergänzte er im Gespräch mit Schöning und Offer.
Unter dem Motto „Vermeiden – Vermindern – Verwerten“ erzeugt das mehr als 100 Jahre alte Unternehmen seinen Strom unter anderem mit Photovoltaik-Anlagen und seine Wärme aus einer Biogasanlage mit verwertbaren Abfällen selbst.
Popp nutzt außer eigenen Flächen auch Dachflächen der benachbarten Bagela Baumaschinen GmbH & Co. KG für die Stromerzeugung und liefert überschüssige Wärme wiederum an Bagela. Schöning und Offer waren beeindruckt. „Alles, was Sie hier machen, hat Modellcharakter. Kraft-Wärme-Kopplung in Gewerbegebieten ist auch aus unserer Sicht eine gute Lösung, hier funktioniert es“, betonte Schöning. Für seine Gespräche mit der Politik nahm der IHK-Hauptgeschäftsführer aber auch einige Anforderungen des Markführers mit mehr als 450 Beschäftigten am Standort mit wie mehr Vorlaufzeit für die Realisierung und Anwendung von Umweltanforderungen, eine bessere Ladeinfrastruktur für E-Mobilität und vor allem eine bessere Kommunikation zwischen Behörden und Unternehmen.
Mit großem Interesse hat Bagela-Geschäftsführer Christof Dammeyer die Entwicklung bei Popp beobachtet und Chancen der engen Kooperation genutzt. Sein Unternehmen ist ein führender Global Player im Bereich Spezialmaschinen für den Kabel- und Leitungsbau. Es produziert in mehreren Gebäuden im Gewerbegebiet. „Unser Strombedarf ist nicht so hoch wie bei unseren Nachbarn, aber die Lieferung von Abwärme hilft uns sehr“, sagt er. Auch Dammeyer stellt unmissverständlich klar: „Die hohen Kosten zwingen uns, Energie zu sparen und energieneutral zu werden. Das erfordert aber immense Investitionen der Unternehmen in eine eigene Infrastruktur zur Energieerzeugung.“ Schöning und Offer lobten die enge Zusammenarbeit der beiden Unternehmen, vor allem auch, weil sie sich mit mutigen Investitionen autark und resilient für die Zukunft aufstellen.

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