Kaltenkirchen/Wahlstedt: Falsche Polizeibeamte erbeuten hohe Geld- und Sachwerte
Kaltenkirchen/Wahlstedt (ots) – Zu einer Übergabe von Bargeld und Wertgegenständen an Beauftragte vermeintlicher Polizeibeamter war es vergangenen Donnerstag (15.10.2026) in Kaltenkirchen gekommen. Eine Seniorin hatte zuvor einen Anruf erhalten, in dem man sie vor einer vermeintlichen Betrugsmasche gewarnt habe. Unter einem Vorwand sei es den Betrügern gelungen, die Frau zu einer Bereitlegung von Bargeld, Gold und Münzen zu bewegen. Die Polizei sucht in diesem Zusammenhang nach Zeugen.
Auch in Wahlstedt kam es zu einem solchen Versuch.
Gegen 13:00 Uhr soll ein Mann vor das Reihenhaus in der Prof.-Ida-Ehre-Straße getreten und einen vor der Haustür abgestellten Stoffbeutel an sich genommen haben. Der Mann sei schlank und Ende 20 Jahre alt gewesen. Er habe einen dunkleren Hautteint gehabt und schwarze Haare getragen. Bekleidet sei er mit einem schwarzen Oberteil mit weißer Schrift sowie einer schwarzen Hose gewesen.
Der Flüchtige habe sich zu Fuß über die Elsa-Brandström-Straße in die Schmalfelder Straße entfernt. In dem Stoffbeutel hätten sich nach Angaben der Geschädigten mehrere Tausend Euro Bargeld sowie Gold und Münzen im fünfstelligen Wert befunden.
Wer Angaben zur flüchtigen Person oder ihren Verbleib machen kann, wird gebeten, sich mit dem Sachgebiet 3 der Kriminalpolizeistelle in Bad Segeberg in Verbindung zu setzen.
Hinweise, auch auf weitere verdächtige Personen oder Fahrzeuge nehmen die Ermittler unter der Rufnummer 04551-8840 oder per Email an sg3.badsegeberg.kpst@polizei.landsh.de entgegen.
Ein ähnlicher Fall ereignete sich kurz zuvor in der Adlerstraße in Wahlstedt. Zwischen 12:00 Uhr und 12:30 Uhr erhielt eine betagte Dame mehrere Anrufe vermeintlicher Polizisten. Während eines der Telefonate habe dann ein Mann an ihrer Tür geklingelt. Angeblich ebenfalls Polizist. Man habe versucht, zu erklären, dass in der Nachbarschaft Täter auf Wertgegenstände älterer Menschen aus seien und man sie warnen wolle. Als der Herr sich unter einem Vorwand Zutritt zum Haus verschaffen wollte, verwehrte die Bewohnerin diesen. Der Mann entfernte sich dann in unbekannte Richtung.
Er sei zirka 28 – 30 Jahre alt und schätzungsweise 1,65 m bis 1,70 m groß gewesen. Er war dunkel gekleidet und hatte die Kapuze einer Jacke tief ins Gesicht gezogen. Seine Haut war hell, aber gebräunt. Der Mann hatte zudem braune Augen und trug weder Bart noch Brille. Gesprochen habe er, so wie die Anrufer in beiden Fällen in akzentfreiem Deutsch.
Auch hier werden Zeugen gesucht, die sich wie oben beschrieben melden mögen.
Vor dem Hintergrund des andauernden Aufkommens solcher Anrufe gibt die Polizei erneut folgende Tipps und Verhaltenshinweise:
– Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen oder zu kurzfristigen Entscheidungen verleiten – egal, wie plausibel eine Situation
zunächst dargestellt wird. – Kontaktieren Sie unbedingt Ihre Angehörigen und hinterfragen die Richtigkeit eventueller Forderungen. – Geben Sie am Telefon keine Auskünfte über persönliche Lebensverhältnisse, persönliche Daten oder Ihre finanzielle Situation.
– Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertgegenstände an Ihnen fremde Personen. Weder an Ihrer Haustür, noch an einem
abgesprochenen Ort.
– Seien Sie grundsätzlich skeptisch gegenüber fremden Personen. – Bewahren Sie keine großen Bargeldbeträge zu Hause auf. – Die Polizei verlangt am Telefon niemals Überweisungen auf ein Konto oder die Übergabe von Bargeld.
– Lassen Sie sich den vollständigen Namen des anrufenden Polizisten sowie dessen Dienstort und Rückrufnummer geben und
legen Sie dann auf. Im Zweifel kontaktieren sie in einem neuen Anruf die Polizei über 110 oder die nächstgelegene Dienststelle
und hinterfragen dort den Anruf.
-Die Zahlung einer Kaution ist in Deutschland nicht üblich.
Derartige Anrufe sind ein bundesweites Phänomen, das oftmals durch überörtliche Täter begangen wird. Unbekannte Anrufer versuchen immer wieder mittels dieser Masche an Bargeld und Wertgegenstände zu kommen. Der Fantasie der Betrüger sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Nicht selten werden sie am Telefon aufdringlich oder betteln regelrecht um Hilfe.
Oftmals verfügen die Betrüger sogar über Detailwissen und verunsichern die Bürgerinnen und Bürger dadurch enorm. Die Zielrichtung ist dabei immer dieselbe. Die „Opfer“ sollen Bargeld besorgen und es den Betrügern aushändigen.
Die Polizei ruft insbesondere ältere Menschen dazu auf, bei derartigen Anrufen hellhörig zu werden und umgehend die Polizei zu informieren. Darüber hinaus rät die Polizei jüngeren Familienangehörigen, ihre lebensälteren Verwandten und Bekannten für das Thema zu sensibilisieren.
Zudem können sich besorgte Bürger bei bestehender Unsicherheit im Umgang mit derartigen Anrufen an jede örtliche Polizeidienststelle oder gleichermaßen an das Sachgebiet Prävention der Polizeidirektion Bad Segeberg wenden (Bad Segeberg 04551 884-2141, Pinneberg 04101 2020). Dort erhalten vermeintliche Opfer, aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter örtlicher Geldinstitute, entsprechende Hinweise.
Wertvolle Sicherheitstipps für Senioren sind dem Bereich der Prävention der Homepage der Landespolizei Schleswig-Holstein unter https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/POLIZEI/Praevention/Senioren/_artikel/sicherheitstipps_artikel.html, sowie der Internetpräsenz der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick/ zu entnehmen.
