Keine weiteren Kürzungen im Kulturetat:Dialog ohne Denkverbote – Klug lädt zur Kultur-Konferenz auf Schloss Gottorf
SCHLESWIG. „Der Kulturhaushalt des Landes Schleswig-Holstein muss von weiteren Kürzungen verschont werden. Der Kulturhaushalt hat nach meiner festen Überzeugung seinen Beitrag zur Konsolidierung des Landesetats bereits erbracht.“ Das sagte gestern Kulturminister Dr. Ekkehard Klug vor 120 Kulturverantwortlichen und Kulturschaffenden des Landes Schleswig-Holstein auf Schloss Gottorf in Schleswig. Der Minister hatte zu diesem Kultur-Kongress eingeladen, um den kulturpolitischen Dialog zu fördern und mit den Kulturschaffenden gemeinsam die Möglichkeiten von Kulturförderung in Zeiten knapper Kassen zu erörtern.
„Ich weiß, dass die Zeit dafür mehr als reif ist“, sagte Klug und betonte, auch er hätte sich gewünscht, dass „die Rahmenbedingungen bei meinem Amtsantritt finanziell solider gewesen wären“. Umso wichtiger sei es heute, Klarheit darüber zu schaffen, wohin sich die Kulturförderung bewegen müsse. „Wir müssen jede Chance nutzen, Ansprüche und Nutzen von Kultur deutlich zu machen“, sagte er. Es müsse möglichst einen Konsens darüber geben, wie die verbleibenden Mittel optimal eingesetzt werden sollten. Der Kulturminister hofft, dass von dem Kultur-Kongress auf Schloss Gottorf ein Impuls für Tätigkeiten auf allen Ebenen ausgeht. Klar sei jedenfalls, dass vor dem Hintergrund endlicher Ressourcen andere Wege gegangen werden müssten, wenn man die in den vorhandenen Strukturen geleistete Arbeit fortführen wolle.
Klug stellte den Kongress-Teilnehmern die fünf Kernthesen seiner Kulturpolitik vor:
Kulturelle Infrastruktur sichern,
kulturelle Jugendbildung stärken,
Kultur als Standortfaktor weiterentwickeln,
den Künsten Raum geben
die Kulturförderung als Querschnitts- und Steuerungsaufgabe begreifen.
Kultur sei kein Selbstzweck, betonte der Minister und hob die Bedeutung kultureller Arbeit auf unterschiedlichen Gebieten hervor: Kulturelle Bildung trage zur Innovationsfähigkeit des Landes bei. Kunst und Kultur transportierten nicht nur regionale Identität und förderten das kreative Potenzial unserer Gesellschaft sondern sie seien auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Klug dankte den Institutionen und den vielen ehrenamtlich Engagierten für ihre kreative, konstruktive und professionelle Arbeit und er sagte weiter: „Der Kulturhaushalt darf nicht weiter schrumpfen. Mit den gegenwärtigen Sparmaßnahmen hat er seinen Beitrag zur Konsolidierung erbracht. Das war und ist schmerzhaft. Weitere Kürzungen, die darüber noch hinausgehen würden, sind nicht verantwortbar.“
Klug betonte, die Kultur-Konferenz auf Schloss Gottorf verstehe er als Einstieg in einen Dialog „ohne Denkverbote und gegenseitige Rechtfertigungen“. „Dieser offene Dialog soll und muss natürlich über den heutigen Tag hinausgehen“, sagte der Kulturminister. Die Konferenz formuliere schon einmal die aus seiner Sicht wichtigen Leitfragen und setze Themen:
Wie können die Kerne kulturpolitischer Infrastruktur auch bei knappen Ressourcen intakt bleiben?
Wie verständigen sich Land und Kommunen mit den Kulturinstitutionen und -verbänden auf das Unabdingbare?
Schulen sind wichtige Partner für kulturelle Grundlagenbildung.
Wie kann der Kulturbereich stärker intelligente Allianzen mit anderen Politikfeldern schmieden?
Das Land bietet Kulturträgern Planungssicherheit, im Gegensatz erhöhen diese ihre eigenwirtschaftliche Orientierung.
Der Minister kündigte an, er werde Landesregierung und Parlament auf Basis des Austausches, der auf Schloss Gottorf begonnen hat, Vorschläge für die Kulturförderung der Zukunft unterbreiten. „Niemand würde einer Kulturpolitik nach Kassenlage zustimmen. Wir müssen einen Weg finden, der weder die staatliche Verantwortung noch die staatliche Leistungsfähigkeit in Frage stellt“, sagte Kulturminister Dr. Ekkehard Klug.
