Land, Kommunen und Netzbetreiber setzen Netzausbau auf die Überholspur: De Jager unterzeichnet Beschleunigungsvereinbarung mit E.ON und Tennet
Mehr Tempo beim Ausbau der Strom-Autobahnen in Richtung Erneuerbare Energien: Gemeinsam mit Vertretern der beiden Netzbetreiber Tennet und E.ON hat Wirtschaftsminister Jost de Jager am 30. August eine Vereinbarung zur Beschleunigung des Netzausbaus auf der 380 Kilovolt- und 110-Kilovolt-Transportebene in Schleswig-Holstein unterzeichnet. An der Vereinbarung wollen sich auch die betroffenen Kommunen und Kreise im Land beteiligen. Ziel ist ein erster Spatenstich für eine 380-KV-Leitung an der Westküste bereits Anfang 2015. „“Mit einzelnen 110-Kilovolt-Trassen können wir möglicherweise sogar noch früher starten““, sagte de Jager. Insgesamt ist in Schleswig-Holstein langfristig der Bau von rund 700 Kilometern an neuen Hoch- und Höchstspannungstrassen geplant.
Wie der Minister weiter sagte, könne Schleswig-Holstein bei Umsetzung des ehrgeizigen Fahrplans bis 2020 bis zu zehn Prozent des deutschen Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien decken. „“Die geeigneten Flächen dafür weisen wir bis Anfang 2012 aus – und die Investoren stehen bereit. Was wir jetzt brauchen, sind Stromtrassen, die die Energie von den Windparks zu den Verbraucher-Zentren im Süden bringen. Dazu muss jeder an seiner Stelle seinen Beitrag bringen.““
Lex Hartman, Geschäftsführer der TenneT TSO GmbH und Branko Rakidzija, Geschäftsführer der E.ON Netz GmbH, versicherten ihre kraftvolle Unterstützung: „“Unsere beiden Unternehmen werden im Interesse eines zügigen Netzausbaus alle Maßnahmen und Planungen der geschlossenen Vereinbarung intensiv vorantreiben““, sagte Hartmann. Netzbetreiber und Kreise werden vor Beginn des förmlichen Verwaltungsverfahrens gemeinsam ein Dialog- und Kommunikationsverfahren anbieten, um die Menschen vor Ort umfassend über die geplanten Ausbauvorhaben zu informieren.
Nach den Worten von de Jager werde ein wesentlicher Beitrag der Landesregierung darin bestehen, dass für die anstehenden Planfeststellungsverfahren hinreichend personelle Kapazitäten im Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr vorgehalten werden, um eine zügige Durchführung der Verfahren zu gewährleisten. Er wies darauf hin, dass nach der Verwaltungsebene nun auch die Selbstverwaltungsebenen der Kreise in ihren Ausschüssen ihre Zustimmung zu der Vereinbarung erteilen müssen.
TenneT-Geschäftsführer Lex Hartman betonte: „“Mit der breiten Einbeziehung der Öffentlichkeit in den geplanten Regionalkonferenzen werden erstmalig in Schleswig-Holstein derartig bedeutsame Vorhaben bereits vor Beginn des förmlichen Planfeststellungsverfahrens in einem umfassenden Dialogverfahren zur Diskussion gestellt.““
Branko Rakidzija: „“Gemeinsam mit Kommunen, Verbänden und einzelnen Bürgern werden wir im Vorfeld die Gelegenheit wahrnehmen, uns über Details auszutauschen. Dabei werden wir alle Parteien sachgerecht informieren und Ihnen die Möglichkeit geben, die eigenen Interessen in die Vorüberlegungen zur Trassenbestimmung einzubringen. Der Dialog mit allen Planungsbeteiligten ist uns wichtig.““
Für den beschleunigten Ausbau der Stromleitungen in Schleswig-Holstein wollen die Kreise Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg und Nordfriesland eine Pilotregion bilden, in der beispielhaft für den Ausbau der Stromnetze Erfahrungen im Umgang mit den neuen Wegen bei der öffentlichen Kommunikation des Leitungsausbaus gesammelt werden. Dazu bilden Netzbetreiber, Kreise und Landesregierung eine gemeinsame Arbeitsgruppe, die die Erfahrungen mit dem offenen und transparenten Dialog aufgreift und im Sinne eines schlanken und zügigen Verfahrens einen vorbildlichen Weg aufzeigt.
Die Schleswig-Holstein Netz AG wird darüber hinaus schon vor 2015 die erforderlichen Anschlusskapazitäten im Verteilnetz bereitstellen.
