Lübeck plant Welterbezentrum im Heiligen-Geist-Hospital
Foto: HL · Im Rahmen der Kampagne DENKMAL aus Anlass des 40. Jubiläums als UNESCO-Welterbe.
Im Jahr 2027 treffen in Lübeck mehrere historisch bedeutsame Jubiläen zusammen: Unter anderem feiert die Hansestadt 40 Jahre UNESCO-Welterbe „Lübecker Altstadt“, zugleich blickt das Heiligen-Geist-Hospital auf 800 Jahre Geschichte zurück. Aus diesem Anlass soll von März bis Oktober 2027 im Heiligen-Geist-Hospital ein temporäres Welterbezentrum eingerichtet werden. Es soll Besucher:innen die Geschichte, den besonderen Wert und die Bedeutung des Lübecker Welterbes vermitteln und das Bewusstsein für dessen Erhalt stärken.
Die Hansestadt Lübeck hat im Gegensatz zu anderen Welterbestätten in Deutschland bisher kein Informationszentrum vergleichbarer Art. Für Lübeck bedeutet ein solches Zentrum eine wichtige Stärkung seines UNESCO-Status: Es macht die Geschichte der Hansestadt anschaulich erlebbar, fördert den Kulturtourismus und trägt dazu bei, das Bewusstsein für den Erhalt der einzigartigen Altstadt zu stärken. Die UNESCO-Welterbestätte Lübecker Altstadt würde damit einen zentralen Anlaufpunkt für Bildung, Information und kulturellen Austausch erhalten.
Bürgermeister Jan Lindenau, Vorsitzender der Stiftung Heiligen-Geist-Hospital und Klaus Puschaddel, Aufsichtsratsvorsitzender der Lübeck-Travemünde Marketing GmbH (LTM), die im Auftrag der Hansestadt das Jubiläumsjahr 2027 gestalten wird, präsentierten die Idee des temporären Welterbezentrums am heutigen Mittwoch, den 10. Juni 2026, im zukünftigen Ausstellungsort, dem Heiligen-Geist-Hospital am Koberg.
„Ziel der Ausstellung ist es, den Lübeckerinnen und Lübecker sowie den Gästen der Stadt das Welterbe näher zu bringen und die Geschichten der einzigartigen Bauwerke und des historischen Ensembles zu erzählen: Lebendig, inspirierend, spannend“, so Bürgermeister Jan Lindenau.
„Wir wollen einen historischen Ort mit 800jähriger Geschichte ganzjährig mit Leben füllen und die Kirchenhalle des Heiligen-Geist-Hospitals zum Informationszentrum für das Welterbe Lübeck nutzbar machen. Dabei wertschätzen wir den Raum als Denkmal und zeigen die Vielfalt des Welterbes“, so Klaus Puschaddel, LTM- Aufsichtsratsvorsitzender.
Geplant sind unter anderem Ausstellungen zum UNESCO-Welterbe und archäologischen Funden, die Integration externer Ausstellungen, Darstellung aktueller Stadtentwicklungsprojekte wie zum Beispiel das Gründungsviertel und die Präsentation digitaler Inhalte aus dem Digitalen Kulturwerk. Auch das notwenige Engagement der Bürger:innen und von Stiftungen zum Erhalt des Welterbes soll im Fokus stehen.
Neben der mobilen Ausstellung sollen die Kunstschätze des Heiligen-Geist-Hospitals wie der farbenfrohe Lettner mit 23 Tafeln eines Elisabeth-Zyklus, der um 1440 entstanden ist und Bauelemente aus mehreren Jahrhunderten in sich vereint, inszeniert werden. Besonders sehenswert sind die mittelalterlichen Wandmalereien in der Kirchenhalle. Die Gesichter der Wohltäter, die das Heiligen-Geist-Hospital einst gründeten, finden sich an der Nordwand der Kirchenhalle in der das neue Welterbezentrum entstehen soll. In einigen Kabäuschen im Langhaus können thematisch archäologische Funde der Denkmalpflege zukünftig besichtigt werden und mehr über die Bodendenkmale im UNESCO-Welterbe Lübeck in Erfahrung gebracht werden.
„Das Welterbezentrum aus Anlass des 40. Jubiläums ist ein Versuch deutlich zu machen, dass das Heiligen-Geist-Hospital viele Funktionen haben kann. Wir können uns vorstellen, dass aus der temporären Nutzung im Welterbejahr eine dauerhafte Nutzung als UNESCO-Welterbezentrum werden kann. Da die Ausstellung mobil geplant wird, kann sie aus Anlass des traditionsreichen, wunderschönen Weihnachtsmarktes temporär den Ort verlassen und macht in der Weihnachtszeit Platz für die einzigartige, jährliche Nutzung in der Adventszeit“, so Klaus Puschaddel und Bürgermeister Jan Lindenau.

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