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Mühlentorbrücke wird grundlegend saniert und für Rad- und Fußverkehr erweitert

Foto: HL · Politik beschließt über Projektfreigabe für Investition von rund 30 Millionen Euro

Die Hansestadt Lübeck treibt die Grundinstandsetzung der denkmalgeschützten Mühlentorbrücke voran. Nach Vorbereitung der Planungen soll die Politik die Projektfreigabe für die Umsetzung der bereits beschlossenen Variante erteilen. Vorgesehen ist die Instandsetzung des historischen Stahlüberbaus bei Erhalt der dreistreifigen Verkehrsführung sowie die Ergänzung der Brücke um zwei eigenständige Anbauten für den Fuß- und Radverkehr. Für das Gesamtprojekt werden rund 29,5 Millionen Euro investiert.

Die Mühlentorbrücke musste Ende 2025 aufgrund ihres schlechten baulichen Zustands vollständig für den Verkehr gesperrt werden. Bei einer Bauwerksprüfung wurde ein ungenügender Zustand festgestellt, sodass eine umfassende Sanierung erforderlich wurde.

Historisches Bauwerk wird erhalten und erweitert

Die beschlossene Variante sieht vor, das denkmalgeschützte Bestandsbauwerk grundlegend instand zu setzen und gleichzeitig beidseitig neue Geh- und Radwegbrücken anzubauen. Die Anbauten werden statisch eigenständige Bauwerke sein und ermöglichen künftig deutlich breitere und voneinander getrennte Flächen für den Fuß- und Radverkehr.

Im Zuge der Sanierung werden unter anderem die Fahrbahnkonstruktion erneuert, geschädigte Stahlbauteile instandgesetzt oder ersetzt, neue Widerlager hergestellt sowie die Leitwerke an die aktuellen technischen Anforderungen angepasst. Die vorhandenen Pfeiler im Kanal bleiben erhalten. Darüber hinaus werden die neuen Anbauten östlich und westlich der Bestandsbrücke errichtet.

Bauarbeiten bis 2029 geplant

Nach der vorgesehenen Projektfreigabe im August 2026 beginnen vorbereitende Maßnahmen wie die Freimachung des Baufeldes, Baumfällungen, archäologische Untersuchungen sowie Leitungsarbeiten. Parallel laufen weitere Planungen und Ausschreibungen.

Die eigentlichen Sanierungsarbeiten am historischen Brückenbauwerk sollen von 2027 bis Ende 2028 erfolgen. Zeitgleich werden die neuen Anbauten errichtet. Bereits im zweiten Quartal 2028 ist vorgesehen, den Geh- und Radverkehr über den fertiggestellten westlichen Anbau zu führen und die bestehende Behelfsbrücke zurückzubauen.

Der Abschluss der Gesamtmaßnahme ist für das dritte Quartal 2029 vorgesehen.

Investition von rund 29,5 Millionen Euro

Die Gesamtkosten des Projekts werden derzeit auf rund 29,5 Millionen Euro geschätzt. Darin enthalten sind neben den eigentlichen Bauleistungen auch Planungs- und Ingenieurleistungen, archäologische Untersuchungen, Leitungsverlegungen, Verkehrssicherungsmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit.

Mit der Sanierung wird die Lebensdauer des Bauwerks deutlich verlängert und zugleich eine moderne, sichere und leistungsfähige Verbindung für den motorisierten Verkehr, den öffentlichen Nahverkehr sowie den Fuß- und Radverkehr geschaffen.

Hintergrund: Bedeutendes Industriedenkmal von 1898

Die Mühlentorbrücke wurde 1898 erbaut und verbindet die Lübecker Innenstadt mit den südlichen Stadtteilen über den Elbe-Lübeck-Kanal. Das rund 81 Meter lange Bauwerk steht unter Denkmalschutz und gilt als eines der bedeutendsten historischen Ingenieurbauwerke der Hansestadt. Die dreifeldrige Fachwerk-Zügelgurtbrücke prägt seit mehr als 125 Jahren das Stadtbild am Mühlentor und ist eine wichtige Verkehrsverbindung für den Individualverkehr, den öffentlichen Nahverkehr sowie Rettungs- und Versorgungsverkehre.

Informationen zur Baumaßnahme sind online abrufbar unter www.luebeck.de/muehlentorbruecke

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