Politik & Wirtschaft

Scharfe Kritik an Spahns-AKW-Gedankenspielen

40 Jahre nach Tschernobyl – Demos für erneuerbare Energien und Aktionen gegen die Atomindustrie

(Bonn, Berlin 17.04.2026)Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat die Gedankenspiele über die erneute Nutzung von Atomkraftwerken (AKW) von Unionsfraktionschef Jens Spahn scharf kritisiert. Der BBU betont, dass es weit und breit kein Endlager für Atommüll gibt und dass das auch Jens Spahn bekannt ist. Atomenergie ist keine Option für die zukünftige Energieversorgung.

„Spahn stammt aus Ahaus und gerade dort war schon in den 70er Jahren vor Spahns Geburt bekannt, dass der Atommüll hunderte von Generationen belasten wird. Und derzeit rollt eine hochgefährliche Castor-Atommüll-Lawine auf Ahaus zu. Selbst in münsterländischen CDU-Kreisen werden die Atommülltransporte von Jülich nach Ahaus abgelehnt. Da ist Spahns Versuch zur Reaktivierung der Atomkraft absolut unrealistisch und nicht nachvollziehbar. Jeder weitere AKW-Betrieb würde das Atommüllproblem und das Risiko von Störfällen enorm vergrößern“, erklärt BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Nicht nur AKW: BBU fordert den vollständigen Atomausstieg

Drei Jahre nach der endgültigen Stilllegung der letzten drei Atomkraftwerke in der Bundesrepublik (am 15. April 2023) fordert der BBU weiterhin konsequent den vollständigen Ausstieg aus der Atomenergie in der Bundesrepublik – und auch international. Der BBU kritisiert, dass der Forschungsreaktor in Garching in Bayern noch immer nicht endgültig stillgelegt wurde, dass noch immer ohne Befristung Uran in den Uranfabriken in Gronau (NRW) und Lingen (Niedersachsen) für den AKW-Einsatz im Ausland vorbereitet wird und dass auch noch immer in der Bundesrepublik Atomforschung betrieben wird (z. B. für neue Nuklear-Brennstoffe). Zudem kritisiert der BBU die Pläne zum Bau neuer AKW z. B. in den Niederlanden, obwohl es weltweit kein Endlager für die bisher produzierten Atommüllberge gibt.

„Es war 2023 ein großes Ereignis, dass endlich die letzten AKW in Niedersachsen, Baden-Württemberg und in Bayern endgültig vom Netz genommen wurden. Aber das genügt nicht. Auch die Atomanlagen in Gronau, Lingen und Garching müssen gestoppt werden. Und natürlich wird sich die Anti-Atomkraft-Bewegung weiterhin für einen umfassenden internationalen Atomausstieg einsetzen. Und der Uranabbau in afrikanischen und anderen Ländern muss beendet werden, damit das Uran nich länger für Atomkraftwerke oder für Atomwaffen genutzt werden kann“, fordert BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Weitere Proteste 40 Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe

Der BBU weist darauf hin, dass an früheren und aktuellen Atomstandorten, sowie in weiteren Städten, rund um den 40. Jahrestag der Atomkatastrophe in Tschernobyl (26. April) Aktionen gegen jegliche Nutzung der Atomenergie stattfinden werden. Eine (unvollständige) Übersicht der Aktionsorte findet man unter https://www.bbu-online.de/Termine/Termine.htm

Gleichzeitig weist der BBU auf vier zentrale Demonstrationen hin, die am Samstag (18.4.2026) zeitgleich in Berlin, Hamburg, Köln und München stattfinden. Dabei wird ein breites Bündnis für die erneuerbaren Energien auf die Straße gehen. In dem Aufruf zur Teilnahme an den Demonstrationen heißt es u. a.: „Wir alle wollen ein warmes Zuhause, Mobilität, die wir uns leisten können, und einen gesunden Planeten, auf dem unsere Kinder gut und frei aufwachsen können. Ein Garant dafür ist die Energiewende. Doch die steht jetzt auf dem Spiel: Wir sind entsetzt, dass Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Teile der Union den Ausbau der Erneuerbaren Energien ausbremsen wollen.“ Weitere Informationen zu den vier Demonstrationen:

https://erneuerbare-energien-verteidigen.de

Aktuell unterstützt der BBU auch wieder die angekündigten Proteste gegen den 2. Castor-Atommülltransport von Jülich nach Ahaus, der möglicherweise am Dienstag, 21. April abends starten soll. Einen aktuellen Protestticker findet man unter https://castor-stoppen.de/ticker

Der BBU lehnt auch die häufigen Urantransporte von und zu den Uranfabriken in Gronau und Lingen ab und wird auch weiterhin die Proteste gegen diese Transporte unterstützen.

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