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Sprühdose statt Sprühverbot: Kamelbrücke in Buntekuh wird zur legalen Graffiti-Fläche

Foto: HL · Jugendzentrum Burgtor lädt am 10. Oktober 2026 zum offenen Graffiti-Workshop ein.

Lübeck-Buntekuh bekommt einen neuen Ort für legale Graffiti-Kunst: Die Stützwände neben der Gehwegbrücke Buntekuh, besser bekannt als „Kamelbrücke“, werden künftig zum Sprühen freigegeben. Die Hansestadt Lübeck schafft damit bewusst Raum für junge Künstler und Graffiti-Begeisterte.

Zum Auftakt der Freigabe lädt das Jugendzentrum Burgtor am Samstag, 10. Oktober 2026, ab 12 Uhr zu einem offenen Graffiti-Workshop an der Kamelbrücke ein. Mitmachen können alle jungen Menschen zwischen 11 und 27 Jahren – ganz unabhängig davon, ob sie bereits Erfahrung mit Graffiti haben oder zum ersten Mal eine Spraydose in der Hand halten.

Pädagogische Fachkräfte des Jugendzentrums Burgtor sind während des Workshops vor Ort und können direkt angesprochen werden. Sie bieten Informationen, Unterstützung und stellen den Teilnehmenden Schutzkleidung sowie geeignete Spraydosen zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Für den gemeinsamen Workshop stehen vier verschiedene Farben zur Auswahl. Dadurch soll aus den unterschiedlichen Ideen, Fähigkeiten und Motiven der Teilnehmenden ein zusammenhängendes Gesamtbild entstehen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das fertige Kunstwerk, sondern vor allem die Möglichkeit, sich kreativ auszuprobieren, gemeinsam zu gestalten und den öffentlichen Raum aktiv mitzugestalten.

Seit 2015 gemeinsam für legale Graffiti-Flächen

Die Freigabe der Kamelbrücke setzt eine Zusammenarbeit fort, die bereits seit 2015 besteht. Das Jugendzentrum Burgtor und der Bereich Stadtgrün und Verkehr der Hansestadt Lübeck setzen sich seitdem immer wieder gemeinsam dafür ein, geeignete Flächen für legales Graffiti zu finden und freizugeben.

In den vergangenen Jahren konnten auf diesem Weg bereits fünf Brücken dauerhaft für Graffiti freigegeben werden. Die Kamelbrücke ist damit ein weiterer Baustein in einem Ansatz, der jungen Menschen Raum für ihre Kreativität bietet und gleichzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit dem öffentlichen Raum fördern soll.

Mehr Raum für legale Graffiti-Kunst

Die Freigabe der Fläche ist zugleich Teil eines neuen Umgangs mit Graffiti im öffentlichen Raum. Die Hansestadt verbindet damit mehrere Ziele: Zum einen soll die offene Fläche dazu beitragen, illegale Graffiti an anderen Bauwerken zu reduzieren. Zum anderen besteht die Hoffnung, dass die Kamelbrücke durch die gezielte Freigabe langfristig hochwertiger gestaltet wird.

Denn wer an der Kamelbrücke sprüht, kann dies künftig legal, in Ruhe und bei Tageslicht tun. Damit entstehen bessere Bedingungen für die Künstler:innen, ihre Ideen umzusetzen und sorgfältig auszuarbeiten.

Für das Jugendzentrum Burgtor bietet die Freigabe darüber hinaus die Möglichkeit, jungen Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zu einer kreativen Ausdrucksform zu ermöglichen. Graffiti wird dabei nicht nur als Kunstform, sondern auch als Möglichkeit verstanden, eigene Ideen sichtbar zu machen und Verantwortung für einen gemeinsam genutzten Ort zu übernehmen.

Der Workshop am 10. Oktober bildet den Auftakt. Auch über die Veranstaltung hinaus bleibt die Fläche zukünftig für Sprayer:innen geöffnet.

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