Stadtspitze verabschiedet Martensmann
Foto: HL · Im Zeichen guter Nachbarschaft mit der Kutsche von Lübeck über Schönberg und Rehna nach Schwerin.
Der Lübecker Martensmann macht sich in diesem Jahr wieder mit einer Pferdekutsche auf den Weg nach Schwerin. Bei dem alten Brauch überbringt der Martensmann zum Martinstag ein Fass Lübecker Rotspon zum Erhalt der Freundschaft.
Traditionell wird der Martensmann von der Lübecker Stadtspitze vor dem Rathaus, Breite Straße 62, verabschiedet. In diesem Jahr findet die Veranstaltung am Freitag, 6. November 2026 um 15 Uhr statt. Nachdem Stadtpräsident Henning Schumann und der Martensmann sich mit Rotspon und Marzipan vom Publikum verabschiedet haben, machen sie sich ein Stück der Strecke gemeinsam auf den Weg.
In Begleitung des ersten Stellv. Stadtpräsidenten Peter Petereit hält der Martensmann unterwegs mit seiner Kutsche am Sonnabend, 7. November 2026, in Schönberg und Rehna. In Schönberg findet um 11 Uhr ein Festumzug vom Marktplatz zum Schulzenhof statt, wo Lutz Götze, Bürgermeister der Stadt Schönberg, und seine Ehrengäste den Martensmann begrüßen. Gegen 17 Uhr ist die Ankunft des Lübecker Boten mit seiner Kutsche vor dem Langen Haus in Rehna geplant. Anschließend wird er vom Bürgermeister der Stadt, Martin Reininghaus, und seinen Ehrengästen im Propsteihof des Klosters begrüßt.
Die Stadt Schwerin begrüßt den Martensmann im Rahmen des dreitägigen Martensmarktes am Sonntag, 8. November 2026. Sebastian Ehlers, Oberbürgermeister der Stadt Schwerin, und der Stadtpräsident Henning Schumann begleiten den Martensmann in seiner Kutsche auf dem letzten Teil der historischen Route vom Schweriner Schloss zum Marktplatz, wo um 15 Uhr das historische Ritual der Rotsponübergabe an die Bürger:innen stattfindet. Den Abschluss findet die dreitägige Reise des Martensmanns beim „Martensmannfestschmaus“, den die Schweriner Service-Clubs im Schloss zu Schwerin veranstalten.
Der Martensmann wird in diesem Jahr wieder von Stefan Pagel dargestellt. Die Kutsche kommt von Winklers Hof in Kükels bei Bad Segeberg.
Hintergrund
Der Martensmann geht auf eine Lübecker Tradition aus dem 16. Jahrhundert zurück, bei den benachbarten Städten zum Martinstag Weinpräsente als Zeichen guter Nachbarschaft gesandt worden sind. Der Brauch war im 19. Jahrhundert in Vergessenheit geraten und wurde 1991 auf Initiative des ehemaligen Ministerpräsidenten Björn Engholm wiederbelebt. Seit dem Jahr 2020 ist der Martensmann-Brauch immaterielles Kulturerbe der UNESCO.
