(TBF) LÜBECK. Große Augen und eine ordentliche Portion Vorfreude gab es am vergangenen Samstag in der Lübecker Innenstadt: Die Fides Humanitas Stiftung sorgte bei ihrer regelmäßigen Hilfsaktion für eine ganz besondere Bereicherung auf dem Speiseplan. Neben den bewährten, frisch zubereiteten Sandwiches und erfrischendem Wasser durften sich die bedürftigen Menschen am Klingenberg diesmal über eine unerwartete Beilage freuen – knackigen Krautsalat.
Hinter der kulinarischen Überraschung steckt eine sympathische und spontane Geschichte: Eine Bekannte des Stifters Oliver Siemsen hatte am Freitagabend auf einer Party einen übrig gebliebenen Fünf-Liter-Eimer mit feinstem Krautsalat geschenkt bekommen. Statt das gute Essen ungenutzt zu lassen, schaltete die Spenderin blitzschnell und reichte den Salat an die Stiftung weiter. Das Team fackelte nicht lange, portionierte die Spende noch am selben Abend und machte die Verteilung möglich.
Lange Schlangen und glückliche Abnehmer
Als kurz nach 12 Uhr der Ruf zur Essensausgabe ertönte, sprach sich die Nachricht von der Sonderbeilage wie ein Lauffeuer herum. Da der Stifter vorab angekündigt hatte, dass der Krautsalat streng auf 21 Becher limitiert war, bildete sich in Sekundenschnelle eine lange Schlange. Die Menschen eilten über die Straße, um sich eine der begehrten Portionen zu sichern. Die Freude über diese gelungene Abwechslung im oft grauen Alltag war den Empfängern sichtlich ins Gesicht geschrieben.
Nach der ersten großen Verteilung am Klingenberg war die Arbeit für die engagierten Helfer jedoch noch lange nicht vorbei. Da von den insgesamt 50 vorbereiteten Sandwiches und dem Wasser noch gut die Hälfte übrig war, zog das Team mit dem vollbeladenen Bollerwagen weiter. Die Route führte einmal quer durch die Fußgängerzone bis zum Hauptbahnhof und wieder zurück. Auch auf diesem Weg fanden die restlichen Vorräte dankbare Abnehmer.
Gute Gespräche am Infostand und wichtige Allianzen
Parallel zur mobilen Verpflegung hielt der Vorsitzende Wolfgang Freywald am zentralen Informationsstand der Stiftung die Stellung. Er nutzte die Zeit für zahlreiche tiefgründige Gespräche mit Passanten und Unterstützern. Neben Flyern und Broschüren leistete die Stiftung hier ganz praktische Lebenshilfe: Etliche Kleidungsstücke und dringend benötigte Schuhe konnten direkt vor Ort an Menschen in Not übergeben werden.
Besonders hängengeblieben ist den Helfern an diesem Tag die herzliche Nachbarschaft auf dem Platz. Direkt neben der Fides Humanitas Stiftung hatte „NORDMISSION DEUTSCHLAND“ unter dem Motto: „Gottes Wort für Deutschland“ ihren Stand aufgebaut. Die räumliche Nähe wurde intensiv für einen tiefen, gegenseitigen Erfahrungsaustausch genutzt.
Dabei kamen jedoch auch die Schattenseiten des ehrenamtlichen Engagements zur Sprache. Beide Organisationen blicken mit Sorge auf eine gesellschaftliche Verrohung: Immer wieder erleben die Helfer, dass sich Menschen gegenüber christlichen und gemeinnützigen Initiativen extrem unflätig verhalten. Selbst vor körperlichen Übergriffen wie Bespucken wird auf der Straße leider kein Halt mehr gemacht – eine bittere Erfahrung, die auch der Vorsitzende der Stiftung bereits teilen musste. Umso wichtiger ist es dem Team, weiterhin unerschütterlich Gesicht zu zeigen und für Nächstenliebe und Humanität einzustehen.
