Ein herzlicher Dank und starkes Zeichen für die Ukraine: Die Lübecker Flüchtlingshilfe lud zum Helferfest
Text: Ronald Lechner und (TBF), Fotos: Wolfgang Freywald · Am vergangenen Sonntag (20. Sptember) stand in den Hallen in der Einsiedelstraße alles im Zeichen der Dankbarkeit und des Zusammenhalts. Die Lübecker Flüchtlingshilfe e.V. hatte ab 11 Uhr engagierte Helfer, treue Unterstützer und interessierte Bürger eingeladen, um danke für die unermüdliche Hilfe über das gesamte Jahr hinweg zu sagen.Die Gäste erlebten eine gelungene Mischung aus bewegenden Informationen, musikalischen Beiträgen und einem kalten Buffet, die auf große Begeisterung stieß. Unter den Anwesenden waren auch viele Menschen aus der Ukraine. Sie waren extra angereist, um sich persönlich für die Unterstützung zu bedanken.
Doch bei den reinen Worten blieb es nicht: Noch in dieser Woche nehmen sie gezielt Hilfsgüter mit zurück in die Heimat, um die ukrainische Zivilbevölkerung und die Ersthelfer im Kriegsgebiet direkt vor Ort zu unterstützen.
Da sich die Notlage vor Ort ständig verändert, liegt der Fokus des Vereins aktuell ganz stark auf der technischen und medizinischen Nothilfe. Zu den am dringendsten benötigten Spenden gehören medizinischer Bedarf für die Erste Hilfe, Energiequellen wie Stromgeneratoren für Notstromausfälle sowie Akkupacks und Powerbanks.
Aber auch Elektrowerkzeuge für Reparaturarbeiten, Heizgeräte, Hygieneartikel und winterfeste Ausrüstung wie Schlafsäcke und warme Kleidung stehen ganz oben auf der Liste.
Auch die Fides Humanitas Stiftung war der Einladung des Vereinsvorsitzenden Stefan H. Schenk gerne gefolgt. Die Vorstände Wolfgang Freywald und Oliver Siemsen sowie Koordinator Ronald Lechner ließen es sich nicht nehmen, persönlich vor Ort zu sein und Solidarität zu zeigen.
Im Laufe der Veranstaltung, in der junge Ukrainerinnen und Ukrainer Gesang und Tanz beisteuerten, würdigten mehrere Redner die beeindruckende Leistung des Vereins. Auch die offizielle Führung der Hansestadt Lübeck zeigte starke Präsenz: Bürgermeister Jan Lindenau und Stadtpräsident Henning Schumann lobten in ihren Beiträgen das enorme zivilgesellschaftliche Engagement der Flüchtlingshilfe.
Für tiefe Betroffenheit und einen Moment des Innehaltens sorgte die Rede eines ukrainischen Geistlichen. Er schilderte das Grauen des Krieges ungeschönt und berührend. Er erzählte, wie er und seine Familie nur mit viel Glück einen russischen Angriff überlebten, während andere Menschen dieses Glück leider nicht hatten.
Ronald Lechner von der Fides Humanitas Stiftung fasste die Stimmung im riesigen Raum zusammen: „Es macht schon einen gravierenden Unterschied, ob man Bilder im Fernsehen sieht oder ein Augenzeuge direkt von der Situation berichtet.“ Auch Vorstand Wolfgang Freywald betonte, dass die Betroffenheit während der Feier allen Anwesenden klargemacht habe, dass eine dauerhafte Unterstützung absolut notwendig bleibt.
Wie wichtig diese Hilfe ist, zeigte sich direkt im Anschluss an den offiziellen Teil nach einem rustikalen Buffet, als der Vereinsvorsitzenden Stefan H. Schenk anwesende einlud, gleich nach der Veranstaltung die vorbereiteten Hilfsgüter in einen bereitstehenden Lastwagen zuverladen und Stiftungsvorstand Oliver Siemsen kurzerhand mit anpackte und etliche weitere Helfer tatkräftig beim Beladen unterstütze.


Das Fazit des Tages ist eindeutig: Diese wichtige und gelungene Veranstaltung hat wieder einmal bewiesen, wie unverzichtbar handfeste Hilfe ist. Menschen in äußerster Not zur Seite zu stehen, darf nicht aufhören – und nur durch unermüdlichen Einsatz und ständiges Voneinanderlernen kann diese Hilfe auch in Zukunft überall erfolgreich sein.
