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Politik aus Prag, Kleidung für Lübeck: Ein Sonnabend voller Begegnungen am Klingenberg

LÜBECK. Es sind die unerwarteten Momente, die den Sonnabend am Klingenberg so besonders machen. Jede Woche schlägt die Fides Humanitas Stiftung hier ihr Zelt auf. Was als Anlaufstelle für Hilfe beginnt, verwandelt sich regelmäßig in einen lebendigen Ort des internationalen Austauschs.Ein junger Chinese, der aktuell in Prag Politikwissenschaften studiert und promoviert hat, besuchte gemeinsam mit seinem Bruder die Hansestadt. Ronald Lechner, der Koordinator der Stiftung, nutzte die Gelegenheit für ein angeregtes Gespräch. „Er hatte viele lobende Worte über Lübeck übrig und hat sich riesig gefreut, dass er noch ein paar Tage hier verbringen kann“, erzählt Lechner begeistert.

Bevor die beiden Brüder ihren City-Trip fortsetzten, fiel der Blick des Studenten auf die Kugelschreiber aus Holz und Kunststoff, die auf dem Tisch auslagen. Auf die schüchterne Frage, ob er beide Varianten haben dürfe, reagierte Ronald Lechner goldrichtig: „Gerne, wir verteilen die Schreiber ja, um für uns Werbung zu machen!“

Als Reiselektüre gab es obendrauf noch eine Stiftungsbroschüre und den aktuellen Flyer „Armut geht alle an“ mit auf den Weg – echte Lübecker Botschaften, die nun vielleicht sogar ihren Weg bis nach China finden. Danach verabschiedete sich der junge Mann, um seinen Bruder am REWE-Markt abzuholen und weiter die Stadt zu erkunden.

Warme Kleidung für die kalte Jahreszeit

Währenddessen herrschte am Stand Hochbetrieb. Der Vorstand Oliver Siemsen und der Vorsitzende Wolfgang Freywald hatten alle Hände voll zu tun. Der Herbst steht vor der Tür, und das merkt man deutlich am Bedarf: Im Halbstundentakt nahmen die beiden Kleiderspenden von Passanten entgegen, um sie direkt wieder an Bedürftige zu verteilen. Besonders gefragt waren an diesem Tag Übergangsjacken, wärmere Socken, Unterwäsche und feste, höhere Schuhe.

Für den Vorsitzenden Wolfgang Freywald war der Tag ein voller Erfolg und ein Beweis dafür, dass die unermüdliche Arbeit Früchte trägt: „Was mich freut ist, dass unsere Werbung nicht verpufft, sondern wir immer bekannter werden. Das ist für uns natürlich extrem wichtig.“ Sein herzliches Fazit des Tages bringt die Mission der Stiftung auf den Punkt: „So haben wir den Menschen in der Welt das Leben ein wenig schöner gemacht – und das freut uns sehr!“

Der Klingenberg bleibt somit das, was er ist: Ein Ort, an dem lokale Hilfe auf globale Begegnungen trifft.