Parkhaus Travemünde: Schwarzbuch bestätigt Grüne Warnungen vor Millionenverlust
Das Parkhaus Godewind in Travemünde wurde wegen der geringen Auslastung (12%) und der hohen Verluste (641.000 Euro in 2025) in das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler aufgenommen. Diese für Lübeck sehr unrühmliche Erwähnung bestätigt die sehr eindrücklichen Warnungen der Grünen Bürgerschaftsfraktion bereits vor Baubeginn. Schon 2023 hatte die Fraktion vor einem unwirtschaftlichen Millionenprojekt und einer absehbaren Verschwendung öffentlicher Gelder gewarnt und einen Antrag zum Stopp der Planungen in die Bürgerschaft eingebracht. Bürgermeister Lindenau und eine Mehrheit aus CDU und SPD zeigten sich jedoch uneinsichtig und lehnten den Antrag ab.
Heute zeigt sich: Die damaligen Prognosen zur geringen Auslastung und den hohen Verlusten sind Realität geworden. Dazu Dr. Axel Flasbarth, Co-Fraktionsvorsitzender der Lübecker Grünen:
„Die Aufnahme des Parkhauses Godewind ins Schwarzbuch ist eine bittere Bestätigung dessen, wovor wir bereits vor dreieinhalb Jahren eindringlich gewarnt haben. Heute zahlt Lübeck für ein weitgehend leeres Parkhaus jährlich Hunderttausende Euro drauf.
Wir haben frühzeitig und wiederholt deutlich gemacht, dass dieses Parkhaus wirtschaftlich nicht tragfähig sein wird und die Stadt Millionen Euro kosten wird. Unsere Warnungen waren dabei keineswegs bloße Vermutungen:
Bereits vor dem Bau hatte die Verwaltung selbst auf unsere Anfrage hin eine sehr geringe Auslastung und erhebliche jährliche Verluste prognostiziert. Trotzdem hielten Bürgermeister Lindenau und die damalige Mehrheit aus SPD und CDU an diesem Projekt fest.
Heute wissen wir: Die Prognosen der Verwaltung sind eingetroffen. Verwaltung und die städtische KWL müssen in Summe für 2025 einen Verlust von 641.000 € tragen und haben jeden Parkvorgang in 2025 mit 45 € subventioniert. Diese Verluste werden voraussichtlich in den kommenden Jahren etwas geringer ausfallen, wenn das Parkhaus bekannter wird und die desaströse Auslastung von nur 12% ein wenig steigen wird.
Aber es ist davon auszugehen, dass die Stadt auch zukünftig für ein weitgehend leeres Parkhaus Hunderttausende Euro jährlich aufbringen muss. Das ist ein politisches und finanzielles Desaster und die damaligen Verantwortlichen und Fürsprecher müssen sich fragen lassen, warum sie die bekannten Risiken ignoriert haben.“
