Herzschmerz am Klingenberg: Ein Angebot für eine Cordhose, eine zerstörte Bank und ganz viel Wärme im Herzen
(TBF) Ein eisiger Sonnabend im November, das Thermometer zeigt gerade einmal 1 Grad. Die Kälte kriecht langsam in die Glieder, doch am Lübecker Klingenberg sorgt eine ganz besondere Aktion für emotionale Höhepunkte. Die Fides Humanitas Stiftung war wieder im Einsatz für die Schwächsten unserer Gesellschaft – und erlebte einen Tag voller Überraschungen, Zusammenhalt und rührender Begegnungen.„Ich kaufe Ihnen eine warme Hose!“ – Eine kuriose Verwechslung zum Start
Schon kurz vor 10 Uhr morgens traf der Stiftungsvorsitzende Wolfgang Freywald am Einsatzort ein. Dort wurde er bereits von Helfer Lothar erwartet, der – wie eigentlich immer – trotz der klirrenden Kälte in halblangen Hosen unterwegs war. Lothar kam ihm schmunzelnd entgegen und erzählte eine fast unglaubliche Geschichte:

Ein sichtlich frierender Passant hatte den leicht bekleideten Helfer bemitleidet. Aus purem Mitgefühl sprudelte es aus dem Fremden heraus: „Das kann ich mir gar nicht mehr ansehen, wie Sie armer Mann bei dieser Kälte rumlaufen müssen! Kommen Sie zum nächsten Kleidergeschäft mit, ich kaufe Ihnen eine warme Cordhose.“
Lothar lehnte dankend ab und erklärte schmunzelnd, dass es für ihn noch viel kälter werden müsse, bis er eine lange Hose anziehe. Ein ungläubiges Kopfschütteln, eine kurze Entschuldigung – und der großzügige Passant zog von dannen. Eine rührende Geste, die zeigt, wie viel Empathie in den Menschen steckt!
Randalierer stoppten den Einsatz nicht
Wenig später traf auch Vorstandsmitglied Oliver mit dem vollgepackten Auto ein. Beim Ausladen gab es jedoch eine unschöne Überraschung: Die Bank, die sonst immer als feste Ablage diente, war verschwunden. Unbekannte hatten sie in den vergangenen Tagen mutwillig zertrümmert. Kurzerhand mussten alle Sachen auf duf die Erde gestellt werden.
Trotz klammer Finger – die das Befestigen der Banner bei den Temperaturen zu einer echten Herausforderung machten – stand das Zelt dank der routinierten Helfer in Windenseile. Sogar „Dauer-Kurzhosen-Träger“ Lothar musste zugeben: „Das nächste Mal muss ich mir wohl doch Handschuhe mitnehmen.“
Rettung in letzter Sekunde dank der Brockensammlung
Gegen 11 Uhr bildete sich bereits die erste Schlange. Zahlreiche wohnungs- und obdachlose Menschen warteten sehnsüchtig auf Hilfe. Der Bedarf an Wintersachen war riesig.
„Wie gut, dass mir Sonja, die Chefin der Brockensammlung, am Mittwoch noch zwei Säcke mit warmer Oberbekleidung mitgegeben hatte“, atmete Wolfgang Freywald erleichtert auf. Dank dieser spontanen Unterstützung konnte jeder Frierende mit warmer Kleidung versorgt werden. Die Dankbarkeit war riesig – viele der Bedürftigen gaben als Gegenleistung stolz einige Cent-Stücke in die Spendenbüchse.
Kinderaugen leuchten am Spendenzelt
Während die Helfer unermüdlich Bücher, Hefte und Kleidung verteilten, sammelte der Vorsitzende unaufhörlich Spenden für die Stiftung. Besonders rührend: Viele Familien blieben stehen. Eltern drückten ihren Kindern Kleingeld in die Hand, das die Kleinen stolz in die Spendenbüchse warfen.
Als Dankeschön wurden die jüngsten Spender mit Kinderbüchern, Malheften und den neuen Jahreskalendern für 2027 beschenkt. „Schenkt sie euren Eltern, die freuen sich – und wenn ihr selbst auch welche haben wollt, schenke ich euch natürlich auch welche!“, so Freywald sichtlich bewegt zu den Kindern.
Ausblick: Am 14. November gibt es warmen Eintopf
Die Hilfe geht direkt weiter! Für den kommenden Samstag, den 14. November, steht bereits die nächste Großaktion an. Die Malteser kochen in ihrer Küche stolze 30 Liter deftigen Eintopf für die armen Menschen. Die Mahlzeiten werden aus ihrer Küche abgeholt, zum Zelt gebracht und danach bei einer „Rundreise mit dem Bollerwagen“ – zusammen mit erfrischenden halblieter Wasserflaschen – direkt an die Menschen verteilt, die auf der Straße leben müssen.
Das Fazit des Tages:
Trotz grauem Himmel, fehlender Sonne und teils kalt gefrorenen Händen war dieser Einsatz ein rundum herzerfrischender Tag, der zeigt: Menschlichkeit ist die beste Heizung gegen die Kälte des Winters.
