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Austausch der „Danziger Paramente“ mit Neupräsentation des mittelalterlichen Lübecker Kirchenschatzes

Symbolfoto: Paramente (nicht Danziger) · Eröffnung am 27. März um 14 Uhr im St. Annen-Museum. Das St. Annen-Museum bewahrt als Dauerleihgabe einen ganz besonderen Schatz: Die Danziger Paramente. Dabei handelt es sich um kostbarste Gewänder für den Gottesdienst aus dem Besitz der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD). Die 103 Objekte, unter denen sich verschiedenste kirchliche Gewänder befinden, zählen zu den herausragenden Stücken spätmittelalterlicher Textilkunst in Europa.

Sie zeugen von höchster handwerklicher Kunstfertigkeit und den weitreichenden Handelsnetzwerken der hansischen Kaufleute im 15. Jahrhundert: Zur Herstellung der Gewänder wurden Stoffe aus Italien und dem Iran verwendet. Da die textilen Objekte strengen konservatorischen Bedingungen unterliegen und nach einer gewissen Zeit wieder ins Dunkle müssen, werden die wertvollen Stücke in regelmäßigem Wechsel präsentiert.

Ab Freitag, 27. März, wird neben einem prunkvollen Chormantel und zwei Kaseln erstmals auch ein Altartuch ausgestellt, auf dem die beiden weiblichen Heiligen Barbara und Katharina zu sehen sind.

Gleichzeitig wird es im selben Raum eine Neupräsentation des mittelalterlichen Lübecker Kirchenschatzes geben. Im Zuge der Reformation ließ der Lübecker Rat einen Großteil der kostbareren Geräte und Gefäße aus den Kirchen beschlagnahmen. Wenig später wurde dieser Schatz zur Finanzierung eines Krieges eingeschmolzen. Doch einiges ließ sich nicht einschmelzen oder zu Geld machen und überdauerte so die Zeit.

Neben Reliquien und Bergkristallen gehören auch Straußeneier und Kokosnüsse zu den materiell „wertlosen“ aber nicht minder beeindruckenden Bestandteilen, die die Zeit überdauerten. Gemeinsam mit einigen Objekten, die der Einschmelzaktion glücklicherweise nicht oder nur teilweise zum Opfer gefallen sind, erlauben sie eine Vorstellung der einstigen goldglänzenden Pracht.

Die Neupräsentation ab Ende März veranschaulicht die vielfältige und kostbare Ausstattung einer spätmittelalterlichen Kirche. Paramente und Kirchenschatz werden im St. Annen-Museum gemeinsam mit Glasmalereien, skulpturalen Werken aus verschiedenen Materialien und wertvoller Tafelmalerei gezeigt.