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Die Odyssee der Heukelbach „Sehnsucht“ Kalender: Wenn DHL die Fides Humanitas Stiftungsarbeit im Kreis schickt

Foto: (TBF) Text: (TBF/Freywald) · Ist das noch Satire oder schon digitaler Kontrollverlust? Wer im Spätsommer Kalender für das Folgejahr bestellt, tut dies meist in der Hoffnung auf eine stressfreie Organisation. Wer dabei allerdings mit dem gelben Logistik-Riesen DHL plant, sollte lieber eine gehörige Portion „Sehnsucht“ nach Geduld mitbringen. Ein realer Fall aus unserer Region zeigt, wie Kunden und gemeinnützige Stiftungen systematisch im Regen stehen gelassen werden. Es klingt wie der Drehbuch-Entwurf für eine mäßig lustige Post-Satire: Anfang September bestellte die Fides Humanitas Stiftung bei der Werner Heukelbach Stiftung 400 Kalender mit dem passenden Titel „Sehnsucht 2027“.

Ziel der Sendung: Der Stiftungssitz in Ellerau. Der Versand durch den Absender erfolgte gewohnt zügig. Doch ab der Übergabe an DHL verließ das Projekt die Sphäre der Logistik und betrat das Reich der Fabeln.

Die Geister-Zustellung von Ellerau
Am Bestimmungsort kamen die Pakete nämlich nie an. Der vereinbarte Ablageplatz blieb leer. Ein Benachrichtigungszettel im Briefkasten, der den Verbleib der 400 Kalender hätte erklären können? Fehlanzeige.
Erst nach aktiver Nachforschung und dank eines sehr freundlichen Mitarbeiters der Heukelbach-Stiftung kam Licht ins logistische Dunkel: Die Kalender lagen die gesamte Zeit über in der DHL-Verteilstation in Ellerau. Abholen konnte sie dort natürlich niemand – woher sollte man ohne Benachrichtigung auch wissen, dass sie dort lagern? Nach Ablauf der zweiwöchigen Frist schickte DHL die gesamte Ladung unzustellbar zurück an den Absender.
Zweiter Versuch: Die tägliche Verspätungs-Salami

Ein Mitarbeiter der Heukelbach-Stiftung reagierte prompt und schickte die Kalender ganz schnell ein zweites Mal auf die Reise – diesmal auf Bitte des Vorsitzenden an die Dependance in Wesenberg.

Wer nun dachte, Schlimmeres sei abgewendet, unterschätzte die Ausdauer des DHL-Verzögerungs-Algorithmus. Die digitale Paketankündigung glich in der Folgewoche einer täglichen Salami-Taktik:

    • Angekündigt für Montag (12.10.)
    • Verschoben wegen „Verzögerungen“ auf Dienstag (13.10.)
    • Erneut verschoben auf Mittwoch (14.10.)
    • Weitergereicht auf Donnerstag (15.10.)

Erst am heutigen Freitag (16.10.) zur Mittagszeit – mit fast einer Woche Verspätung auf der Zielgeraden – bequemte sich der Logistiker, die Ware endlich abzuliefern.

Fazit: Kein Einzelfall, sondern Systemversagen im E-Mail-Takt
Was wie eine Verkettung unglücklicher Umstände wirkt, ist längst Alltag in Deutschland. Wie tief das informationstechnische Tohuwabohu bei DHL inzwischen sitzt, zeigte sich final im digitalen Postfach des Vorsitzenden Wolfgang Freywald, als die Kalender am Freitagmittag endlich eintrafen. Da wusste die linke Hand des Logistik-Riesen offenbar schon lange nicht mehr, was die rechte tut.
Inmitten der Zustellung trafen fast zeitgleich zwei völlig widersprüchliche Benachrichtigungen ein:
    • E-Mail 1 verkündete seelenruhig: „Ihre Sendung ist unterwegs und wird Ihnen voraussichtlich am Montag, den 19.10. gesendet.“

      Nur Augenblicke später ploppte E-Mail 2 auf: „Ihre Sendung ist angekommen. Wir haben sie am vereinbarten Ablageort hinterlegt.“

Wer hier kein digitaler Hellseher ist, verliert unweigerlich den Verstand. Fragt man im Bekanntenkreis oder liest man in den Verbraucherforen, wird schnell klar: Das System der Geister-Zustellungen und verwirrenden Statusmeldungen passiert täglich zighundertfach.

Für Kunden ist das mehr als nur ärgerlich; für gemeinnützige Institutionen, deren Arbeit auf Zuverlässigkeit angewiesen ist, ist diese chronische Mängellage schlicht nicht mehr hinnehmbar. Wenn der Marktführer es nicht einmal mehr schafft, korrekte Status-Mails zu senden oder angekündigte Liefertermine einzuhalten, hat das mit Dienstleistung nichts mehr zu tun. Es ist ein unhaltbares Durcheinander auf Kosten der Kunden.