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Im Abschiebegefängnis Glückstadt sind 15 Inhaftierte am 8. Juni 2026 in einen Hungerstreik getreten

Symbolfoto: (Gemini KI generiert) Migranten im Hungerstreik · Mit ihrem Protest machen sie auf ihre Haftbedingungen und die Auswirkungen der Abschiebungshaft aufmerksam. In einer Erklärung schreiben die Inhaftierten: „Wir sind keine Kriminellen. Trotzdem werden wir monatelang festgehalten – teilweise bis zu sechs Monate. Unter uns sind ältere Menschen, Kranke und Personen mit schweren psychischen Belastungen. Viele erhalten keine angemessene medizinische oder psychologische Betreuung.

Die lange Haft zerstört unsere Gesundheit, unsere Hoffnung und unsere Würde. Wir leben in Angst, Unsicherheit und Verzweiflung. Diese Behandlung verstößt gegen die Menschenrechte und die Prinzipien der Menschlichkeit.“

Muhittin, einer der Hungerstreikenden: “Ich bin 30 Jahre hier in Deutschland, ich war selbstständig und habe Kinder. Jetzt ist mein Ausweis und mein Gewerbe weg. Wir brauchen Hilfe und Menschlichkeit.”

„Die Kampagne ‚Kein Abschiebegefängnis in Glückstadt und anderswo!‘ unterstützt die Forderungen der Inhaftierten“, erklärt Ela Hazem, Sprecherin der Kampagne. „Wir sind solidarisch mit allen Menschen in Abschiebehaft. Am vergangenen Sonntag haben wir im Rahmen einer überregionalen Demonstration in Glückstadt gemeinsam mit rund 250 Teilnehmenden die sofortige Schließung des Gefängnisses gefordert.“

Die Hungerstreikenden stellen folgende Forderungen:

  • Respekt für unsere Menschenwürde und Grundrechte
  • Angemessene medizinische und psychologische Versorgung
  • Schnelle und faire Bearbeitung unserer Fälle
  • Ende der unverhältnismäßig langen Abschiebungshaft
  • Wir wollen unsere Freiheit so schnell wie möglich.

Abschließend appellieren die Inhaftierten:

„Hört unsere Stimmen. Seht unser Leid. Vergesst uns nicht. Wir wollen unsere Freiheit so schnell wie möglich. Freiheit, Würde und Gerechtigkeit für alle Menschen.“

Das Abschiebegefängnis Glückstadt ist seit fünf Jahren in Betrieb und wird von den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg genutzt. Seit der Inbetriebnahme wurden dort mehr als 1.000 Menschen inhaftiert; die meisten von ihnen wurden anschließend abgeschoben.

Insbesondere die Ungewissheit über die weitere Zukunft, unzureichende medizinische Versorgung und die psychischen Folgen der Haft belasten viele Inhaftierte. In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu Hungerstreiks, Zellenbränden und Selbstverletzungen.

Kritik richtet sich zudem gegen den Einsatz von Isolationsmaßnahmen. Inhaftierte, die dem Druck der Haft nicht mehr standhalten, werden regelmäßig in besonders gesicherte Hafträume isoliert verlegt.

Diese verfügen über kein Tageslicht, stehen unter permanenter Kameraüberwachung und die Betroffenen müssen dort teilweise lediglich in Unterwäsche stunden- oder tagelang bleiben.