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Glaubhaft

Jüdische Weisheit: Das doppelte Kalenderparadoxon

Foto: Paradoxon (Unendlichkeit) · Erzähler Jonathan Cahn: Wir befanden uns in der Bücherkammer. Der Lehrer legte ein großes Buch auf den Tisch und öffnete es bei einem, wie mir schien, alten Diagramm, das sich über zwei Seiten erstreckte. „Das ist der hebräische Kalender“, sagte er. „Er steht hinter jedem Ereignis in der Schrift.Das“, sagte er und deutete auf einen Teil im Kalender, ist der Monat Tischri. Und das hier, am Anfang vom Tischri, wird Rosch Ha Schannah genannt und bedeutet der Anfang des Jahres.“ „Das Jahr fängt also mit dem Monat Tischri an“, sagte ich, „und wann ist das?“ „Zu Herbstanfang. Und jetzt sieh mal hier drüben“, sagte er und deutete auf die andere Seite, „das ist der Monat Nisan im Frühjahr. Nisan bedeutet ebenfalls der Anfang. Beide werden also als Anfang identifiziert. Das hebräische Jahr hat zwei Anfänge und zwei Kalender.“ „Wie kann das sein?“

„Das Jahr, das im Herbst mit Tischri beginnt, ist das zivile oder weltliche Jahr. Aber das Jahr, das im Frühjahr beginnt, wird als das heilige Jahr angesehen. Das Volk Israel lebt demnach nach zwei Kalendern. Dasselbe tun alle Kinder Gottes.“ „Was bedeutet das?“ „Jedes Kind Gottes hat zwei Kalender und zwei Anfänge. Der erste Kalender beginnt mit ihrer Empfängnis. Der zweite fängt im Augenblick der neuen Geburt an. Der erste Kalender ist natürlich. Aber der zweite ist übernatürlich.

Der zweite ist heilig. Wenn du wiedergeboren wirst, fängst du an, im zweiten Kalender zu leben, im heiligen Kalender. Und wann fängt der heilige Kalender Israels an? Im Frühjahr, mit der Zeit des Passahfestes. So ist es auch für alle Kinder Gottes. Der heilige Kalender wird immer mit der Zeit des Passahfestes eingeleitet. Daher ist es der Tod des Messias, dem Passahlamm, der die Frühjahrszeit in deinem Leben einleitet, deinen Neuanfang, deinen zweiten und heiligen Kalender.“

„Wie leben wir denn mit zwei Kalendern?“ Du hast jeden Tag aufs Neue die Wahl, im alten oder im neuen Kalender zu leben, in der alten Identität oder in der neuen, im alten Leben oder im neuen, im Natürlichen oder im Übernatürlichen. Daher musst du dich jeden Tag entscheiden, nicht im alten Kalender zu leben oder im alten Leben zu wandeln, sondern jeden Augenblick in deiner neuen Identität und in deinem neuen Leben zu leben, in Seiner Gnade, im heiligen Kalender.“

Heutige Aufgabe: Lebe diesen Tag nicht nach dem alten Kalender und nicht nach dem alten Weg, sondern nach dem Kalender, in dem jeder Tag und jeder Augenblick neu ist.
Bibelstellen: Jesaja 43,18-19; Johannes 3,1-8; Kolosser 3,5-10 Jonathan Cahn