Lübeck: Blog zu archäologischen Ausgrabungen in St. Marien startet
Foto: HL · „Unter St. Marien – Chroniken aus der Tiefe“ bietet spannende Einblicke in Gruften, Gräber und Geheimnisse. Die Lübecker Altstadt zählt zu den archäologisch am besten erforschten Stadtkernen Nordeuropas. Tausende Fundstellen dokumentieren die vielschichtige Überlagerung von Siedlungs-, Handels- und Religionsgeschichte auf engem Raum. Im Zentrum dieses kulturellen Erbes liegt die Kirche St. Marien – architektonisches Wahrzeichen, bedeutendes Zeugnis städtischer als auch hansischer Identität, „Mutterkirche der Backsteingotik“.
Doch trotz zahlreicher historischer Überlieferungen sind viele Geschichten über St. Marien noch nicht erzählt und viele Geheimnisse nicht gelüftet. Im Rahmen der geplanten Innenraumsanierung befasst sich derzeit ein Team aus Archäolog:innen der Hansestadt Lübeck und weiteren Akteure genauer mit dem Untergrund der Kirche. In dem neuen Blog „Unter St. Marien – Chroniken aus der Tiefe“ berichten die Achäolog:innen von ihren Forschungen und machen die Ergebnisse für eine breite Öffentlichkeit zugänglich.
Die Berichte laden dazu ein, St. Marien aus einer neuen, spannenden Perspektive kennenzulernen. Alle 14 Tage wird der Blog mit einem neuen Beitrag auf www.luebeck.de/unterstmarien fortgeführt.
„Wir freuen uns sehr darauf, unsere spannenden Erkenntnisse mit der Öffentlichkeit zu teilen und die Leser:innen mit in den geheimnisvollen Untergrund von St. Marien zu nehmen. Wer weiß, was wir zwischen Grüften und Gräbern noch entdecken“, so André Dubisch, Archäologischer Leiter der Ausgrabungen in St. Marien, Hansestadt Lübeck.
„Als klar war, dass in St. Marien eine neue Fußbodenheizung eingebaut werden soll und wir dann auch noch von Anfang an ins Boot geholt wurden, war das für uns Archäologen wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Auch wenn in erster Linie der Schutz der Bodendenkmale im Vordergrund unserer Arbeit steht.“
Seit 1987 ist ein Großteil der historischen Innenstadt als UNESCO-Welterbe anerkannt – einschließlich der unterirdischen Kulturschichten, die als archäologisches Bodenarchiv einen einzigartigen Zugang zur materiellen Erinnerungskultur bieten.
Hintergrund: Umfassende Sanierung 80 Jahre nach dem Wiederaufbau
Reformation, Barock, nationale Umbrüche und die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs haben das Erscheinungsbild der St.-Marien-Kirche immer wieder verändert. Besonders der Bombenangriff in der Nacht vom 28. auf den 29. März 1942 richtete schwere Schäden an: Gewölbe stürzten ein, Kunstwerke und Orgeln gingen verloren.
Der Wiederaufbau, der sich bis in die 1950er-Jahre erstreckte, brachte neue Herausforderungen mit sich und prägt St. Marien bis heute.
Fast 80 Jahre nach dem Wiederaufbau steht nun eine umfassende Sanierung an. Materialalterung, Schäden an Gewölben und Fenstern sowie eine veraltete Heiz- und Lüftungstechnik machen tiefgreifende Maßnahmen notwendig. Seit 2019 werden dafür intensive Untersuchungen durchgeführt. Ab 2025 begann die Sanierung der Raumschale, weitere Bauabschnitte folgen bis voraussichtlich 2030.
Ziel ist es, das Bauwerk langfristig zu sichern, die wertvollen Kunstgüter zu schützen und St. Marien zugleich nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. Hinweise zu aktuellen Entwicklungen finden sich auf der Homepage der Kirchengemeinde St. Marien unter www.st-marien-luebeck.de.
Im Rahmen der geplanten Innenraumsanierung befasst sich derzeit das Ausgrabungsteam – bestehend aus Archäolog:innen der Hansestadt Lübeck, der Abteilung Denkmalpflege der Hansestadt Lübeck sowie weiteren Beteiligten – intensiv mit den verschiedenen Facetten des Untergrunds der Kirche. Diese Arbeiten ermöglichen neue Einblicke in die Bau- und Nutzungsgeschichte dieses einzigartigen Ortes.
Unterstützung der Innenraumsanierung durch die Stiftung 7Türme+
Im Herzen Lübecks erzählen die fünf Kirchen mit ihren sieben Türmen als weithin sichtbare Zeugen die Geschichte der Hansestadt. Sie sind Teil des UNESCO-Welterbes und markieren Orte, an denen sich die Pfade unzähliger Generationen kreuzen. Die Stiftung 7Türme+ setzt sich unter dem Motto „Der Welt KULTUR und ERBE schenken“ für den Erhalt dieser Wahrzeichen ein.
Die Stiftung 7Türme+ sieht diese Orte als globales Vermächtnis, das die Zeiten überdauert – als gemeinsames Versprechen, die Geschichten dieser Mauern für die Nachwelt lebendig zu halten. Weitere Informationen zur Stiftung 7Türme+ finden sich unter www.7tuerme-plus.de.
