Besondere NeuigkeitenLübeck LupeMenschlich gesehenVeranstaltungen

Einsatz am Reformationstag: Fides Humanitas Stiftung bringt Wärme auf den Klingenberg

Fotos: TBF · Am Sonnabendmorgen, dem 31. Oktober 2025 – dem Reformationstag –, bauten drei Helfer der Fides Humanitas Stiftung pünktlich gegen 10 Uhr ihr Zelt auf dem Lübecker Klingenberg auf. Da es ein Feiertag war, blieben die Geschäfte geschlossen. Statt des üblichen Einkaufstrubels bewegten sich nur Touristen und Cittygänger über den Platz. Das Wetter zeigte sich von seiner etwas ungemütlicheren Seite: Der Himmel war grau, und ein leicht feuchter Wind zog über den Klingenberg, sodass auch der Vorsitzende am Stand trotz warmer Kleidung leicht fror. Es war ein leichter Vorgeschmack des kommenden Winters, dem die Helfer und die ausgelegte Kleidung für Bedürftige jedoch trotzten.  So erlebten die Beteiligten den Tag auf dem Klingenberg: 10:30 Uhr – Der Aufbau im ungemütlichen Wetter
Nachdem die Planen festgezurrt und die Tische mit warmen Jacken, Pullovern, Infomaterial und den Jahreskalendern 2027 gefüllt waren, rieben sich der Vorsitzende und die Helfer die Hände, um sie warmzuhalten, und blickten über den grauen Platz.

Vorsitzender Wolfgang Freywald: „Für mich war es eine etwas ungemütliche Angelegenheit heute Morgen. Ich liebe die Wärme, die umliegenden Läden waren geschlossen, der kühle Wind zog durch die Ritzen des Zeltes, und das Grau am Himmel lud nicht gerade zum Verweilen ein. Ich habe anfangs echt gefroren und mich gefragt, ob bei diesem Schmuddelwetter überhaupt jemand den Mut hat, zu uns an den Stand zu kommen.“

Wenig später blieb ein älterer Herr stehen, der zu den armen Menschen vom Klingenberg gehörte. Er trug eine sichtlich zu dünne Jacke und zog den Kopf ein wenig ein. Ein Helfer sprach ihn an: „Moin! Suchst du etwas Bestimmtes? Wir haben heute einiges an warmen Wintersachen bekommen. Schau, hier habe ich vielleicht etwas passende für dich.“

Der Arme: „Meinst du wirklich? Der Wind hier auf dem Klingenberg ist ganz schön kalt, aber die warme Jacke dort ist toll, darf ich sie mal anprobieren?“ Die warme Jacke passte perfekt. Mit einem sichtlich erleichterten Lächeln und frisch gewärmt trollte er von dannen.13:00 Uhr – Begegnungen mit den Urlaubern
Zur Mittagszeit füllte sich der Klingenberg trotz des kalten Wetters mit Touristen, die warm angezogen waren. Eine dreiköpfige Familie aus Süddeutschland stoppte am Stand. Die Mutter zeigte ihrem Mann das Banner der Stiftung, das groß an der Rückwand hing.

Touristin: „Schau mal, die stehen hier am Feiertag und verteilen Infos und Kleidung. Das ist ja eine tolle Aktion. Entschuldigung, nehmen Sie heute auch Spenden an oder geben Sie nur aus?“

Vorsitzender: „Heute geben wir vor allem aus, um Platz im Lager zu schaffen. Aber wir freuen uns natürlich über jeden, der unsere Arbeit im Nachhinein unterstützt!“

Tourist: „Wir finden das großartig. Gerade heute, wo es so ungemütlich ist und alle Welt nur durch die Stadt bummelt, so ein Zeichen zu setzen, toll. Wir nehmen auf jeden Fall einen Flyer mit. Respekt für Ihren Einsatz, machen Sie weiter!“

15:30 Uhr – Eine herzliche Geste und eine Überraschung
Am Nachmittag kam eine vierköpfige Familie vorbei, die zu den Cittygängern gehörte. Der Vater, die Mutter und die beiden kleinen Kinder hatten leicht rote Wangen vom kühlen Wetter. Sie blieben gerührt am Stand stehen und beobachteten eine Weile das Geschehen, sichtlich beeindruckt von dem ehrenamtlichen Einsatz. Schließlich trat der Vater an den Vorstand der Stiftung heran.

Cittygänger (Vater): „Wir beobachten Sie jetzt schon ein bisschen. Dass Sie sich an diesem grauen Feiertag hier hinstellen, um den Ärmsten der Stadt zu helfen, finden wir einfach großartig. Da möchten wir als Familie unbedingt einen kleinen Beitrag leisten.“

Die Mutter nickte lächelnd, öffnete ihr Portemonnaie und drückte den beiden Kindern jeweils eine Zwei-Euro-Münze in die Hand. Die Kleinen kamen zum Zelt, stellten sich stolz auf die Zehenspitzen, um das Geld oben in den Schlitz der Spendendose zu werfen, die der Vorsitzende ihnen entgegenhielt.

Vorsitzender: „Habt vielen herzlichen Dank! Das ist eine wunderbare Unterstützung. Und weil ihr so fleißige Helfer seid, haben wir noch eine kleine Überraschung für euch alle.“

Der Vorsitzende griff in eine durchsichtige Kiste auf dem Tisch und holte für jedes der vier Familienmitglieder einen der frisch gedruckten Jahreskalender für 2027 hervor, die mit wunderschönen Bildern gestaltet waren.

Cittygängerin (Mutter): „Oh, wie schön! Schaut mal, Kinder, die tollen Bilder! Der Kalender bekommt zu Hause einen ganz besonderen Ehrenplatz in der Küche und bei Euch in euren Zimmern. Vielen Dank für Ihre tolle Arbeit und halten Sie durch!“

Voller Freude und mit den bunten Kalendern unter dem Arm setzte die Familie ihren Spaziergang fort, während den Helfern trotz des frostigen Windes ganz warm ums Herz wurde.Gähnende Leere auf dem Klingenberg
Als um 16 Uhr der Abbau begann, packten die drei Helfer die restlichen Sachen wieder ein. Obwohl der Tag grau und feucht gewesen war und der Vorsitzende das kalte Wetter ein wenig in den Knochen spürte, war die Stimmung warm. Die Tische waren trotz allem deutlich leerer, und die direkte menschliche Zuwendung hatte ausgereicht, um den Klingenberg an diesem Reformationstag zu einem Ort der Mitmenschlichkeit zu machen.