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Großer Andrang bei grauem Wetter: Ein ganz besonderer Tag für die Fides Humanitas Stiftung

Der vergangene Samstag begann für unseren Stifter Oliver Siemsen erst einmal mit gehörig Stress. Der Wagen war bis unters Dach vollgepackt mit all den Sachen für unser Infoplus-Essen-Zelt auf dem Lübecker Klingenberg. Als Letztes kam die frisch gekochte Fleischsuppe auf den Beifahrersitz – und die Fahrt ging los.Doch mitten auf der Strecke der Schreck: Die Suppenbecher standen noch zu Hause! Also umdrehen, Becher holen, wieder rauf auf die Autobahn. Vor lauter Grübeln über die vergessenen Becher passierte prompt das nächste Missgeschick: Die richtige Abfahrt wurde verpasst. Nach einem unfreiwilligen Umweg kam Oliver Siemsen schließlich mit einer halben Stunde Verspätung am Klingenberg an.

Unser Vorsitzender Wolfgang Freywald atmete erleichtert auf, als der Suppen-Express endlich unversehrt eintraf. Da war die Nachricht, dass unsere neue Helferin kurzfristig krankheitsbedingt ausfiel, fast schon Nebensache. Trotz Unterbesetzung und der morgendlichen Verspätung legte das Zweier-Team einen Endspurt hin: Pünktlich um 12:00 Uhr dampfte die Suppe in den Bechern.
Wie entsteht eigentlich so eine kräftige, herzerwärmende Fleischsuppe?
Oliver Siemsen verrät sein ganz spezielles Rezept mit einem Augenzwinkern: Man nehme Beinscheiben, Rippen, Karotten, Kartoffeln, Sellerie, Porree, Pastinaken, Petersilienwurzel, frische Petersilie und diverse Gewürze. Dazu eine kräftige Prise Sorgfalt, Umsicht, Fehlplanung, Schadensbegrenzung, kurzzeitige Panikattacken, gefolgt von Selbstzufriedenheit, Ernüchterung, ein klein wenig Improvisation und vor allem: jede Menge Liebe zu den Menschen, für die wir diese Suppe kochen.
Das Ergebnis überzeugte auf ganzer Linie. Am Zelt herrschte von der ersten Minute an Hochbetrieb. Ob direkt am Klingenberg oder später bei der Tour mit dem Bollerwagen quer durch die Lübecker Innenstadt – die Suppe war heiß begehrt. Gleichzeitig war das Interesse an unserer Arbeit riesig. Unsere neuen Kalender, Infomaterialien und Schulhefte fanden reißenden Absatz, und die Spendendose füllte sich fleißig.

Ein Moment berührte Wolfgang Freywald an diesem Tag ganz besonders: Ein Vater kam gemeinsam mit seiner kleinen Tochter an unseren Stand. Er wollte ganz genau und beharrlich wissen, was wir als Stiftung eigentlich genau tun. Ich habe mir viel Zeit für ihn genommen und ihm alles ausführlich erklärt. Irgendwann war sein Wissensdurst gestillt. Er griff in die Tasche, zog sein Portemonnaie heraus, steckte ohne ein Wort einen 50-Euro-Schein in unsere Spendendose und wollte gehen. Als ich ihm noch Infomaterial hinterherreichen wollte, winkte er ab und sagte lächelnd: Nein danke, Sie haben mir alles so wunderbar erklärt, ich brauche die Flyer nicht mehr.  Für uns war das eine ganz tiefgehende Erfahrung von gelebter Humanität und Nächstenliebe.

Das Fazit des Tages: Das Wetter war zwar grau, es nieselte leicht und die Luft war feucht – aber die Stimmung war fantastisch. Ob Touristen oder Einheimische, ob arm oder reich: Am Ende des Tages gingen alle mit einem Lächeln nach Hause. Und dem konnten sich unsere zwei sichtlich erschöpften, aber glücklichen Helfer nur aus vollem Herzen anschließen.