Lübeck: Zu wählerisch? Obdachlose verschmähen Luxus-Kleiderspende!
Lübeck – Es war eine Idee, die von Herzen kam. Brigitte, eine empathische Frau aus Lübeck, kennt die Arbeit der bekannten Stiftung „Fides Humanitas“. Als von einem Trödelhändler außerhalb der Stadt erfuhr, der Kleidung aus Haushaltsauflösungen anbietet, fackelte sie nicht lange. Ihre Mission: Wärme, Freude und gute Kleidung für die Obdachlosen ihrer Heimatstadt.
Foto: Ein Teil der Säcke · Die engagierte Lübeckerin fuhr persönlich zum Händler, schilderte ihr Herzensprojekt und bekam grünes Licht. Gegen einen kleinen Obolus durfte sie sich bedienen. Brigitte schuftete stundenlang, sichtete die Stücke und packte am Ende stolz neun prall gefüllte Säcke die Treppe herunter und brachte sie zum Auto. Das Besondere: Es handelte sich um richtig gute, ehemals teure Kleidung!
Doch am vergangenen Samstag folgte der bittere Schock im Spendenzelt. Der Vorsitzende stellte die Kleidung ordentlich aus, wartete auf die Bedürftigen – doch die Aktion endete in einer bitteren Enttäuschung. Niemand wollte die teuren Sachen haben!
Der Grund macht fassungslos: Weil die Kleidung zuvor etwas länger in alten Kleiderschränken gelegen hatte, roch sie nicht mehr fabrikfrisch. Der leichte Lagergeruch reichte aus, damit die vermeintlich Bedürftigen die Nase rümpften und die Edel-Spende einfach links liegen ließen.
„Was ist bloß mit den heutigen Leuten los?“Brigitte zog einen bitteren Vergleich zu ihrer eigenen Jugend in der DDR: „Wenn die Menschen so bettelarm sind und die Kleidung nicht wollen, sind sie anscheinend noch nicht so bedürftig. Wir haben uns damals über Kleidung, die schon getragen war, riesig gefreut. Was ist bloß mit den heutigen, anscheinend armen Leuten los?“
Ein Vorfall, der nachdenklich stimmt und nun für reichlich Diskussionsstoff sorgt.
