Lübeck: Markt am Rathaus soll barrierefrei werden
Foto: Der Lübecker Markt © HL · Historisches Pflaster bleibt erhalten – Veranstaltungen sollen auch während der Bauzeit möglich bleiben. Der Markt am Rathaus soll künftig für alle Menschen besser und komfortabler zugänglich werden. Die Hansestadt Lübeck hat – auf vielfachen Wunsch und politischen Beschluss hin – dafür ein Konzept erarbeitet, das eine umfassende barrierefreie Gestaltung der rund 4.800 Quadratmeter großen Platzfläche vorsieht. Ziel ist es, die Begehbarkeit des Marktes deutlich zu verbessern und gleichzeitig seinen historischen Charakter als Teil des UNESCO-Welterbes zu bewahren.
Das bestehende, teils unebene Kopfsteinpflaster erschwert insbesondere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Nutzung des Platzes. Auch für Personen mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen soll der Markt künftig deutlich angenehmer und sicherer zu nutzen sein. Das Vorhaben wird sowohl vom Beirat für Menschen mit Behinderung als auch vom Beirat für Senioren ausdrücklich begrüßt.
Historisches Erscheinungsbild bleibt erhalten
Nach eingehender Prüfung verschiedener Verfahren schlägt die Verwaltung vor, die gesamte Marktfläche barrierefrei umzugestalten. Anders als bei einer Verbesserung einzelner Laufwege entsteht dadurch eine einheitlich nutzbare Platzfläche, ohne das charakteristische Erscheinungsbild des Marktes zu verändern.
Dafür soll das vorhandene Natursteinpflaster aufgenommen, aufbereitet und anschließend mit einer ebenen Oberfläche neu verlegt werden. Die charakteristische Pflasterstruktur bleibt dabei ebenso erhalten wie das historische Gesamtbild des Platzes. Eine überwiegend wasserdurchlässige Bauweise soll zudem dafür sorgen, dass Regenwasser weiterhin versickern kann.
Markt bleibt während der Arbeiten nutzbar
Bei der Planung spielt die vielseitige Nutzung des Marktes eine zentrale Rolle. Schließlich ist der Platz nicht nur beliebter Treffpunkt, sondern auch Veranstaltungsort für Wochenmärkte, Weihnachtsmarkt und zahlreiche weitere Veranstaltungen.
Um die Einschränkungen möglichst gering zu halten, sollen die Arbeiten deshalb abschnittsweise erfolgen. Insbesondere während der touristisch stark frequentierten Zeiten sind nur kleinere Arbeiten vorgesehen. Flächen für die Außengastronomie sollen in den wärmeren Jahreszeiten weiterhin nutzbar bleiben.
Damit sollen der Wochenmarkt, der Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen auch während der Bauzeit weiterhin stattfinden können. Vorübergehende Einschränkungen in einzelnen Bereichen lassen sich dabei nicht vollständig vermeiden.
Nach derzeitigem Planungsstand sollen die Arbeiten Anfang 2027 beginnen. Für die Umsetzung wird mit einer Bauzeit von voraussichtlich dreieinhalb Jahren gerechnet. Die vergleichsweise lange Dauer ergibt sich insbesondere aus der aufwendigen Aufbereitung und Neuverlegung des historischen Pflasters sowie der bewusst abschnittsweisen Ausführung, um die Nutzbarkeit des Platzes möglichst umfassend zu erhalten.
Politische Entscheidung im November
Der Bauausschuss wird sich am 2. November 2026 mit dem vorgeschlagenen Konzept befassen. Die abschließende Entscheidung über das weitere Vorgehen ist für die Sitzung des Hauptausschusses am 10. November 2026 vorgesehen. Über den weiteren Zeitplan und die konkreten Bauabschnitte wird die Hansestadt Lübeck dann rechtzeitig informieren.
Mit der geplanten Umgestaltung soll der Markt am Rathaus langfristig für alle Menschen besser zugänglich werden – und zugleich seine besondere Bedeutung als historischer Mittelpunkt und lebendiger Veranstaltungsort der Hansestadt Lübeck bewahren.
