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Wohnungslosigkeit verhindern, SPD-Fraktion fordert Präventionskonzept

Lübeck: Die SPD-Bürgerschaftsfraktion bringt im Rahmen der Haushaltsberatungen eine Präventionsmaßnahme zur Verhinderung von Wohnungsverlust ein. Der Bürgermeister soll beauftragt werden, ausreichend Mittel für ein integriertes Konzept bereitzustellen, das drohende Wohnungsverluste infolge von Miet- oder Stromschulden frühzeitig abwendet.Dies durch nachhaltige Schuldenberatung sowie enge Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften, Vermietenden, Stromanbietern und Einrichtungen wie Schuldnerberatungsstellen und Jobcenter. Ein separates neues Angebot soll bewusst nicht entstehen: Das Konzept wird in bestehende Strukturen der Wohnungslosenhilfe eingebunden, um Doppelstrukturen zu vermeiden und vorhandene Zugänge und Fachkompetenzen zu stärken.

Hintergrund ist die deutlich steigende Zahl wohnungsloser Menschen in Lübeck. Erst kürzlich musste eine weitere Unterkunft mit 38 Plätzen in Moisling geschaffen werden, um der ordnungsrechtlichen Verpflichtung der Stadt nachzukommen. Besonders betroffen sind junge Menschen unter 25 Jahren, aber auch Frauen und ältere Menschen. Ohne wirksame Prävention drohen die Unterbringungskosten der Hansestadt Lübeck bis 2027 um rund 1 Million Euro zu steigen.

Renate Prüß, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, betont: „Besonders in Zeiten eines zunehmend angespannten Wohnungsmarktes und steigender Transferleistungen ist die Verhinderung von Wohnungsverlust sozial und wirtschaftlich dringend geboten. Prävention ist nachweislich wirksam. Damit ist sie eine gute Investition in unser Gemeinwohl und ein wichtiger Beitrag zur Konsolidierung des Haushalts.“

Die Rechnung macht den Effekt deutlich: Bei 80 € pro Tag und Platz entstehen für 38 ganzjährig belegte Plätze jährliche Unterbringungskosten von rund 1.109.600 €. Werden diese durch Prävention vermieden, verbleibt nach Abzug der Investition von 500.000 € eine rechnerische Nettoentlastung von 609.600 € für die Hansestadt Lübeck – ein klarer Beleg dafür, dass Prävention nicht nur sozial geboten, sondern auch finanzpolitisch klug ist.

Peter Petereit, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Wohnungslosigkeit trifft Menschen oft in ohnehin schwierigen Lebenslagen – nach Trennungen, Erkrankungen oder dem Verlust des Arbeitsplatzes. Wir als SPD-Fraktion stehen dafür, dass niemand in Lübeck seine Wohnung verliert, wenn wir das mit klugen, frühzeitigen Maßnahmen verhindern können. Dieser Antrag zeigt: Soziale Verantwortung und solide Haushaltspolitik gehören zusammen.“

Die SPD-Fraktion sieht in der kommunalen Präventionsarbeit einen unverzichtbaren Baustein neben notwendigen Investitionen in bezahlbaren und sozialen Wohnungsbau durch Bund und Land. Wirksame Krisenintervention müsse in Lübeck Vorrang vor dem weiteren Ausbau von Notunterkünften haben.