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Abenteuer Ostsee: Wie junge Krebs-Survivors beim Angeln neue Kraft tanken TRAVEMÜNDE

Strahlende Gesichter, glitzerndes Wasser und eine kräftige Brise Seeluft: Für eine Gruppe ehemals krebskranker Kinder und ihre Geschwister ging es am Travemünder Fischereihafen auf große Fahrt. Der Lübecker Verein „Die Glücksfischer“ e. V. hatte in Kooperation mit der Kinderkrebsstation des UKSH Lübeck zu einer exklusiven Angeltour auf die Ostsee eingeladen – ein Tag voller unbeschwerter Normalität nach einer schweren Zeit.

Mit dem Vereinsboot „Prof. Oeftering“ des Eisenbahner-Hochseesportfischer-Vereins (EHSV) hieß es schnell „Leinen los!“ in Richtung Fanggründe. Das Ziel: Scholle, Flunder und Co. an den Haken zu bekommen.

Jagdfieber und Fangroutine an Bord
Es dauerte nicht lange, bis die Rutenspitzen das erste Mal zitterten. „Ich habe schon wieder einen!“, rief der junge Milan stolz über das Deck. Schneller als gedacht stellte sich bei den Nachwuchs-Anglern eine echte Routine ein, und sogar doppelte Fänge (Dubletten) wurden bejubelt.
„Es macht so viel Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder bei der Sache sind“, zeigte sich Betreuer Tim Demski von den Glücksfischern sichtlich berührt. „Gerade wenn man bedenkt, was diese Kinder gesundheitlich schon durchgemacht haben, ist das auch für uns ein echtes Herzensgefühl.“
Medizinischer Rückenwind für die Seele

Die Glücksfischer organisieren regelmäßig Events für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Handicap. Über den Verein Lübeck-Hilfe für krebskranke Kinder e.V. entstand der Kontakt zur Akutstation des UKSH. Für Martina Hasselwander vom Sozialen Dienst der Station eine großartige Initiative: „Die Kinder freuen sich einfach darauf, wieder die Dinge tun zu können, die alle anderen Gleichaltrigen auch machen.“

Auch Dr. Martin Demmert, Oberarzt der Kinderonkologie und selbst passionierter Angler, begleitete die Tour. Er betont den hohen Stellenwert solcher Erlebnisse aus medizinischer Sicht: „Die körperliche und seelische Erschöpfung nach einer Krebsbehandlung verlangt nach positiven Nachsorge-Erlebnissen. Solche handfesten Erfolge beim Angeln sind wichtige Meilensteine auf dem Weg zurück in ein normales Leben.“

Ein Tag, der nach Wiederholung schreit

Am Abend zogen die Organisatoren eine rundum positive Bilanz. Nicht nur die Kinder waren begeistert, auch die Eltern staunten beim Blick in die gut gefüllten Fischeimer nicht schlecht. Mutter Jenny fasste den Tag glücklich zusammen: „Unser Sohn kam so ausgeglichen nach Hause, die Zeit mit den anderen Kindern hat ihm einfach wahnsinnig gutgetan.“

Für die Glücksfischer war die Kuttertour ein echtes Herzensprojekt, das im nächsten Jahr definitiv fortgesetzt werden soll. Erste Ideen für die zukünftige Kooperation mit der Kinderkrebsstation stehen laut dem Vereinsvorsitzenden Andreas Hardt bereits.